Rechtsschutzversicherer: Drei Viertel setzen auf Mediation

Die Mehrheit der deutschen Rechtsschutzversicherer fördert die außergerichtliche Streitbeilegung. Gemessen an Marktanteilen bieten mittlerweile 75 Prozent ihren Kunden Verträge mit Mediationsverfahren an. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter den Versicherern des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Gerhard Horrion
Gerhard Horrion

Die Erfahrungen der Rechtsschutzversicherer mit Mediationsverfahren sind  der Befragung zufolge durch die Bank weg positiv. „Die Erfolgsquote bei Mediationsverfahren liegt bei rund 80 Prozent“, resümiert Gerhard Horrion, Vorsitzender der Kommission Rechtsschutzversicherung beim GDV.

Die Mediation führe oftmals schneller zur Konfliktlösung und schlichte einen Streit nachhaltig sowie im gegenseitigen Einvernehmen. Der klassische Rechtsweg kenne dagegen nur einen Gewinner und einen Verlierer. Der GDV weist zudem darauf hin, dass den Versicherungskunden nach der Mediation weiterhin der Rechtsweg offenstehe – und das im Rahmen des Versicherungsvertrages kostenlos. Dennoch sei die Mediation kein Selbstläufer. „Die Rechtsschutzversicherer müssen immer noch viel Überzeugungsarbeit leisten“, erklärt Horrion. „Die meisten Kunden kennen die Mediation schlicht und ergreifend noch nicht.“ Dies könne sich nun ändern, denn der Bundestag diskutiert derzeit ein Mediationsgesetz, das noch dieses Jahr in Kraft treten soll. Der aktuelle Entwurf des Gesetzes stößt bei der Versicherungswirtschaft allerdings auf Kritik. „Die vorliegende Fassung setzt keine Ausbildungs- und Qualitätskriterien für Mediatoren fest“, erläutert Horrion. „Eine Schmalspurausbildung genügt nicht. Das schafft kein Vertrauen bei den Verbrauchern.“ Hohe Ausbildungs- und Qualitätsstandards seien die unabdingbare Voraussetzung für eine breite Akzeptanz der Mediation. „Diese Chance darf der Gesetzgeber jetzt nicht verspielen“, fordert Horrion. (te)

Foto: GDV

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