GDV: Einmalbeitrags-Boom neigt sich dem Ende zu

Die deutschen Assekuranz-Gesellschaften haben auch im vergangenen Jahr vor allem vom Geschäft mit Einmalbeiträgen profitiert. Insgesamt kletterten die Beiträge der Branche um 4,3 Prozent auf 178,8 Milliarden Euro, wie der Branchenverband GDV mitteilt.

Rolf-Peter Hoenen, GDV
Rolf-Peter Hoenen

Dabei entfielen fast 30 Prozent des Wachstums auf Policen gegen Einmalbeitrag. Dieses Geschäftsfeld hatte bereits im Krisenjahr 2009 um 60 Prozent zugelegt.

Ob die Produkte, bei denen Kunden in der Regel den gesamten Beitrag auf einmal bezahlen, der Branche nachhaltig weiterhelfen können, ist wegen ihrer Kurzfristigkeit und Nähe zum Kapitalmarkt umstritten.

Für das laufende Jahr rechnen die Versicherer aber ohnehin nicht damit, dass sich der Trend fortsetzt. Doch wenn der Schub durch das Einmalbeitragsgeschäft ausbleibt, könnten die Prämieneinnahmen in der gesamten Lebensversicherung 2011 sogar zurückgehen.

Rolf-Peter Hoenen, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), bereitete die Öffentlichkeit bei einer Pressekonferenz in Berlin schon mal darauf vor, dass die Branche in diesem Jahr Abstriche machen könnte.

2010 legten die Beiträge der Sparte noch um sechs Prozent auf 90,4 Milliarden Euro zu. In der Schaden- und Unfallversicherung schlug sich der Preisanstieg in der Kfz-Versicherung im vergangenen Jahr positiv nieder. Die Prämieneinnahmen kletterten insgesamt um 0,7 Prozent auf 55,1 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet Hoenen, dass die Beiträge weiter steigen. Genaue Prognosen wagte der GDV allerdings noch nicht. (hb)

Foto: Shutterstock

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