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15. April 2011, 10:01
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PKV: Regierung will Vermittler-Provisionen deckeln

Die Politik reagiert einem Medienbericht zufolge mit scharfen Einschnitten auf die Provisionsexzesse in der privaten Krankenversicherung (PKV). Die Regierung will die Provisionszahlungen begrenzen, die Versicherungsvertreter bei Vertragsabschluss kassieren.

Schere-geld-shutt 42884563-127x150 in PKV: Regierung will Vermittler-Provisionen deckelnNach Informationen der “Financial Times Deutschland” (FTD) prüfen Finanz- und Justizministerium auf Druck der Abgeordneten von Union und FDP nicht nur einen gesetzlichen Provisionsdeckel. Vermittler sollen auch länger als bisher ihre Provisionen zurückzahlen müssen, falls ein Kunde seinen Vertrag kündigt.

Im Gespräch sei eine Haftungsfrist von fünf statt bisher zwei Jahren. Die Koalition reagiere damit auf Berichte über Provisionsexzesse in der PKV-Branche.

Um im verschärften Wettbewerb um junge Gutverdiener zu bestehen, zahlen Versicherer der FTD zufolge mitunter 14 bis 18 Monatsbeiträge als Belohnung für einen Vertragsabschluss. Bei Beiträgen von 200 bis 300 Euro für viele erstmals privat Versicherte erziele der Vertrieb dann zwischen 2.800 und 5.600 Euro an Provision – für einen einzigen Vertrag.

In der Debatte um Vertriebsprovisionen in der Krankenversicherung mangelt es allerdings an wirklich belastbaren Daten. Die Versicherer halten sich in der Regel bedeckt und Angaben von Vertriebsseite sind naturgemäß mit Vorsicht zu genießen, da es um Kosten geht, die letztlich der Kunde trägt, und man nicht als Abzocker dastehen will.

So kommt beispielsweise das Analyse- und Beratungsunternehmen Mindtrace in seiner Studie “Qualitätsaudit 2010”, für die 1.214 Versicherungsvermittler und Versicherungsberater befragt wurden, zu wesentlich niedrigeren Ergebnissen. Demnach sollen im Durchschnitt fünf bis sechs Monatsbeiträge als Abschlussprovision eingestrichen werden.

Die Politik scheint solchen “Selbstauskünften” der Vertriebler skeptisch gegenüber zu stehen. Jedenfalls zitiert die FTD den finanzpolitischen Sprecher von CDU/CSU, Klaus-Peter Flosbach, mit der Forderung nach einer Obergrenze für Provisionen. Dabei soll es um eine Deckelung auf neun bis zwölf Monatsbeiträge gehen. Auch die Praxis, Kunden immer neue Policen anzudrehen, müsse eingedämmt werden, sagte Flosbach. Er halte es für richtig, wenn die Vermittler bis zu fünf Jahre haften.

Wegen extrem kurzer Haftungszeiten für die Provision von oftmals nur einem Jahr könnten Vermittler Kunden derzeit zur Kündigung bewegen und neu vermitteln – und so zwei- oder dreimal die Provision kassieren.

Geprüft wird laut FTD vor allem eine Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Ziel sei eine weitreichende Regelung. Im Gespräch ist auch eine Änderung des Handelsgesetzbuchs, der Gewerbeordnung und der Kalkulationsverordnung. (hb)

Foto: Shutterstock

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4 Kommentare

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