14. Januar 2012, 08:55
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Allianz Kranken übernimmt OP-Kosten für Implantat-Entfernung

Bis zu 10.000 Frauen in Deutschland sollen nach Expertenschätzungen die gefährlichen Brustimplantate der französischen Firma PIP in sich tragen. Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat nun angekündigt, auch dann für die Entfernung aufzukommen, wenn die Operation allein aus Schönheitsgründen erfolgt ist.

Experten raten betroffenen Frauen, die Silikonimplantate des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) entfernen zu lassen, da diese im Verdacht stehen, medizinische Komplikationen verursachen zu können. Die deutschen Krankenkassen müssen für den erneuten Eingriff allerdings nur dann aufkommen, wenn die Implantate aus medizinischen Gründen eingesetzt wurden. Dies betrifft laut Experten aber nur 20 bis 25 Prozent der Fälle – bei der großen Mehrheit der Frauen erfolgte die Operation aus ästhetischen Gründen, die keinen Anspruch auf volle Kostenübernahme vorsehen.

Einige Krankenversicherer hatten aber bereits signalisiert, alle betroffene Frauen unterstützen zu wollen, so auch die Münchener APKV: Sie kündigte an, alle Kosten für die Entfernung oder den Ersatz der PIP-Implantate zu übernehmen. „Unsere Kundinnen brauchen jetzt vor allem eines: schnelle und unbürokratische Hilfe“, sagte APKV-Chefin Dr. Birgit König. Deshalb unterscheide das Unternehmen auch nicht, ob die Implantate im Rahmen einer Krebserkrankung oder aus rein ästhetischen Gründen eingesetzt wurden. Zur Höhe der zu erwartenden Kosten, wollte sich die APKV nicht äußern.

Die Kostenerstattung gelte sowohl für die stationär zusatzversicherten als auch die voll versicherten APKV-Kundinnen. Der Erstattungsumfang entspreche dem Niveau, wie bei anderen medizinisch notwendigen Operationen. Dabei rechnet die APKV auf Kundenwunsch direkt mit den Krankenhäusern und Kliniken ab. Der Krankenversicherer prüfe außerdem, ob Regressmöglichkeiten gegenüber den Verursachern möglich sind. (lk)

Foto: Shutterstock

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