Anzeige
7. September 2012, 09:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Angst-Studie 2012: Euro-Schuldenkrise wiegt schwerer als Pflege-Risiko

Persönliche Bedrohungen, wie Pflegebedürftigkeit oder Jobverlust stehen in diesem Jahr bei den Menschen deutlich hinter der Sorge um die Euro-Schuldenkrise zurück. Das ergab die Studie „Die Ängste der Deutschen“, zu der die R+V-Versicherung 2.500 Bürger repräsentativ befragen ließ.

Ängste der Deutschen: Euro-Schuldenrisiko vor Pflege-RisikoSpitzenwerte erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen, lautet das Fazit der Studienmacher. Eine Sonderbefragung zeigte zudem, dass die Euro-Schuldenkrise 2012 der mit Abstand größte Angstmacher ist. „Fast drei Viertel aller Deutschen befürchten, dass sie die Rechnung für die Euro-Schuldenkrise bezahlen müssen. Angesichts dieser Bedrohung treten alle anderen Sorgen in den Hintergrund“, sagte Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der R+V.

Mit 73 Prozent erreicht die Euro-Angst den zweithöchsten Wert, der jemals in der R+V-Ängste-Studie gemessen wurde (2011: 70 Prozent, siehe erste Grafik). Darüber hinaus befürchten 65 Prozent aller Deutschen, dass der Euro durch die Schuldenkrise gefährdet ist (plus fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 2011). Zudem sehen 60 Prozent aller Befragten die Finanz- und Wirtschaftskraft Deutschlands durch Beschlüsse der Europäischen Union gefährdet.

 

Ängste der Deutschen: Euro-Schuldenrisiko vor Pflege-Risiko

Bei den Ängsten ist die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 63 Prozent zum dreizehnten Mal in zwanzig Jahren an der Spitze (siehe zweite Grafik). Mit 55 Prozent rangiert die Furcht vor der Überforderung der Politiker in diesem Jahr auf Platz zwei, gefolgt von einer sich verschlechternden Wirtschaftslage. Die Sorge vor einem Konjunktureinbruch liegt gegenüber dem Vorjahr um vier Punkte höher: Sie kletterte von 48 auf 52 Prozent.

Doch die Studienmacher haben auch positives zu vermelden: So ist das durchschnittliche Angstniveau gegenüber dem Vorjahr bundesweit um drei Prozentpunkte gesunken und erreicht mit 40 Prozent den niedrigsten Wert seit fast zwei Jahrzehnten.

Weniger Angst vor Jobverlust und Pflege

Trotz des sinkenden Vertrauens in die wirtschaftliche Entwicklung ist die Angst, den eigenen Job zu verlieren, gegenüber dem Vorjahr bundesweit um vier Prozentpunkte zurückgegangen und erreicht damit den niedrigsten Wert der Studie – nur 1994 war diese Sorge schon einmal so gering. Im Bundesdurchschnitt treibt nur noch etwa jeden dritten Deutschen (32 Prozent) die Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes um.

Obwohl die Pflegezahlen kontinuierlich steigen nimmt die Angst davor, später einmal zum Pflegefall zu werden, nicht zu. Sie liegt mit 50 Prozent auf Platz fünf der Ängste-Skala (2011: Platz drei) – der niedrigste Wert seit 14 Jahren. Eine Sonderfrage der Ängste-Studie 2012 deckt nach Ansicht der R+V auf, dass das Thema Pflege oftmals komplett verdrängt werde: Noch nicht einmal jeder vierte Deutsche (23 Prozent) rechnet damit, später einmal einen Angehörigen pflegen zu müssen. (lk)

Ängste der Deutschen: Euro-Schuldenrisiko vor Pflege-Risiko

Grafiken: R+V

Foto: Shutterstock

 

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Spahn kündigt weitere Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge an

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine weitere Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung angekündigt. “Ich kann ihnen jetzt schon sagen: Wir werden in den nächsten Jahren die Beiträge nochmals erhöhen müssen”, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung “Maischberger”.

mehr ...

Immobilien

Umbauten am Haus: Anpassung der Police nicht vergessen

Wer am eigenen Heim Umbauten vornimmt, sollte an die Konsequenzen für die Wohngebäudeversicherung denken. Ansonsten könnte es im Schadensfall böse Überraschungen geben. Die Gothaer gibt Tipps, worauf Immobilieneigentümer achten sollten.

mehr ...

Investmentfonds

Wer die Finanzmärkte verstehen will, muss politisch denken

In den Print- und TV-Medien wird dramatisch mit viel Blut, Schweiß und Tränen gearbeitet. Man weiß natürlich, dass sich schlechte Nachrichten immer besser als gute verkaufen. Sie sorgen für Klicks und Quoten und locken Werbepartner an wie Licht die Mücken. Theoretisch bieten auch Kriegsangst, Zollangst und Zinsangst beste Drehbücher für den Zusammenbruch an den Finanzmärkten. Tatsächlich werden sie von nach Aufmerksamkeit heischenden Dramaturgen liebend gern benutzt. Aber sind sie in der Praxis wirklich untergangstauglich? Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Qualitypool bietet zwei neue Apps an

Der Maklerpool Qualitypool startet kostenlose Apps für seine Vertriebspartner und deren Endkunden. Die App “hQ – Das Partnercockpit” soll Vertriebspartner mit neuen Features unterstützen, Kunden erhalten die dazugehörige App “FinUp”, um ihre bestehenden Verträge und passende Angebote jederzeit einsehen zu können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia gibt weiteren Publikumsfonds in den Vertrieb

Die Patrizia GrundInvest hat den Vertrieb ihres siebten Publikumsfonds gestartet. Er investiert in einer deutschen Tourismusregion. Zudem kündigt das Unternehmen vier weitere alternative Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger noch für dieses Jahr an.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...