14. August 2012, 11:07
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Konzentration auf das Wesentliche

Ganz allmählich begreift selbst der altbackenste Makler, dass er am Internet nicht mehr vorbeikommt. Glaubten vor fünf Jahren noch drei von vier Makler, ihr Geschäftsmodell sei vor dem Verkauf im Internet sicher so reift nun die Erkenntnis, dass der Internetverkauf offenkundig jeden erreicht.

Homepage für Versicherungsmakler

Oliver Pradetto, blau direkt

Vor fünf Jahren hörte man es noch allzu oft: “Bei uns in der schwäbischen Alb wollen die Leute noch persönlich betreut werden” oder “Bei uns im Sauerland ist die Internetverbindung nicht so gut, da gibt es noch ganze Landstriche, da haben sie nicht mal Mobilempfang”.

Selbst der Klassiker der Ausflüchte – “Meine Kunden sind hauptsächlich Unternehmer (Rentner, Akademiker etc.) die haben viel zu viel zu tun, um sich selbst um ihre Versicherungen zu kümmern…”, – gehört der Vergangenheit an.

Inzwischen sind bei jedem Makler Kunden aufgeschlagen, die ihn mit einem Internetausruck der Konkurrenz konfrontieren und ihn zwingen Stellung zu nehmen. Kaum ein Kollege hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass bei einem vermeintlich treuen Stammkunden plötzlich irgendwelche Onlineverträge in der Versicherungsmappe auftauchen.

Die allzu einfältige Lösung des Problems: “Ich muss im Internet vertreten sein. Ich brauche eine Homepage.”

Wer aber glaubt das Problem mit einer eigenen Homepage lösen zu können, hat die Zeichen der Zeit nicht wirklich verstanden. Kein Makler käme auf die Idee sich ein Faxgerät zu kaufen, es anzuschließen und sich dann davor zu setzen und auf den ersten Antrag aus dem Faxgerät zu warten.

Merkwürdigerweise agieren Makler bezüglich der eigenen Homepage aber genau so.
Wer ein Faxgerät anschließt, besitzt eine Möglichkeit der Dokumentenübertragung im Telefonnetz, was allerdings nicht bedeutet, dass irgendwer auch daran Interesse hat, mir seine Dokumente auf diesem Weg zu schicken.

Ähnlich verhält es sich mit der Homepage. Nur weil ich eine Homepage habe, wissen meine Kunden das noch lange nicht und selbst wenn ich diese bei meinen Kunden bekannt mache, so stellt sich die Frage, welches Interesse die Kunden haben sollten, ausgerechnet meine Webseite zu besuchen.

Seite zwei: Legen Sie Ihre Visitenkarten auf der Straße aus?

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5 Kommentare

  1. Frau Wickermann,

    Sie bringen es auf den Punkt.

    PS: Ja, wäre schön, wenn es so einfach wäre, wie mit dem Fax-Gerät 🙂

    -Hans Steup, Berlin

    Kommentar von Hans Steup — 15. August 2012 @ 13:11

  2. Bei dem Vergleich mit dem Faxgerät mußte ich leicht grinsen – wäre doch schön, wenn es so funktionieren würde. Eine gute Internetseite mit der Möglichkeit für Bestandskunden, einmal ein neues Auto oder eine Privathaftpflicht für den erwachsen gewordenen Sohn zu rechnen ist doch was Feines. Für neue Kunden bieten diese Seiten die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck zu machen und dann zu entscheiden, ob sie von dieser Maklerin betreut werden möchten. Unser Geschäft ist ein “Nasengeschäft” und in der Regel sind sich Berater und Kunde sympathisch. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Arbeitstag!
    Marion Wickermann
    http://www.ass-compare.de

    Kommentar von Marion Wickermann — 15. August 2012 @ 11:08

  3. Die Homepage eines Beraters ist die erste Visitenkarte die sich ein (Internet-)Kunde betrachtet auf der Suche nach einer Lösung für ein bestimmtes Problem oder Fragestellung. Irgendwie ist es schon die Visitenkarte, die eben nicht “auf der Strasse” dafür aber im www liegt. Herr Schmidtke hat Recht: der Verbraucher will auch etwas über die Referenzen des Finanzberaters wissen, ehe er sehr persönliche Details preisgibt. Wir erleben es häufig, dass gerade deshalb Kunden zu uns finden. Vielen Dank Herr Pradetto für den Beitrag.

    Kommentar von André Perko — 14. August 2012 @ 18:03

  4. Ein sehr schöner Beitrag.
    Ich glaube das vergessen die meisten die eine Website betreiben.
    Was Will der Kunde?
    Er möchte wissen mit wem er es zu tun hat und welche Erfahrung andere Kunden schon gemacht haben? Er möchte schnell Informationen und keine Beweihrächerung, wie toll und wie lange man schon im Geschäft ist. Eine Bewertung eines echten Kunden ist mehr wert als Romane zur eigenen Person.
    Ich sehe meine Website als tägliches Arbeitsinstrument und freue mich über jeden Kunden der zu mir findet.

    Kommentar von René Schmidtke — 14. August 2012 @ 13:21

  5. Mir gefällt der Vergleich mit dem Fax-Gerät – den verwende ich nämlich auch immer 🙂

    Viele Makler haben keine Internetseite, weil sie Angst haben vor… was auch immer.

    Andere haben eine wirkungslose Internetseite, weil… man ja heute eine braucht.

    “Heute” war irgendwann 2007. In der digitalen Welt ist das 1977. Würden Sie heute noch mit Ihrem Ford Taunus zum Kunden fahren?

    Der Grund für die Zurückhaltung ist pure Unwissenheit. Ist das schlimm? NEIN. Wozu gibt es Berater? Sie beraten Ihre Kunden in Geldsachen, weil Ihr Kunde keinen Schimmer hat. Also lassen Sie sich gefälligst in Internet-Dingen beraten. Das kostet Geld? NATÜRLICH kostet das Geld. Sie arbeiten doch auch nicht umsonst, oder??

    Lassen Sie sich für Ihre Internetseite genau so beraten, wie beim Autokauf. Bauen Sie Ihre Internetseite nicht selbst. Sie bauen sich ja auch Ihr Faxgerät nicht selbst.

    Beraten Sie einen KV- oder LV-Kunden und verwenden Sie die verdiente Provision für einen Webdesigner.

    Alles andere ist Quatsch.

    -Hans Steup, Berlin

    Kommentar von Hans Steup — 14. August 2012 @ 12:55

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