Anzeige
Anzeige
18. April 2012, 12:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lebensversicherer nutzen Potenzial nicht

Nur jeder sechste Kunde erhält nach einer Auszahlung aus der Kapitallebensversicherung einen Beratungsservice zur Wiederanlage. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Marktstudie “Servicebarometer Assekuranz 2012” des Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov.

BeratungsserviceRund die Hälfte (46 Prozent) der Versicherungsnehmer, die in 2011 eine Auszahlung aus ihrer Kapitallebensversicherung erhalten haben, nutzten das Geld zumindest teilweise für eine Wiederanlage, so die Marktforscher.

Jedoch werde demnach bei dieser Vorsorgeentscheidung der so genannten “Silver-Ager” nur knapp die Hälfte vom jeweiligen Lebensversicherer ein Beratungsservice zur Wiederanlage angeboten. Die Mehrheit der Wiederanleger (53 Prozent) sei selbständig auf die Möglichkeit einer neuen Geldanlage für die Altersvorsorge gekommen.

Nach Angaben der Versicherungskunden, die eine Kapitalauszahlung in den vergangenen zwölf Monaten erhalten haben, wurde nur etwa jedem Sechsten (16 Prozent) direkt von der auszahlenden Gesellschaft ein Beratungsservice zur Wiederanlage angeboten. Jeweils zwölf Prozent der Kunden wurden vom Bankberater oder Vertreter anderer Versicherungsgesellschaften beraten.

Die am häufigsten gewählten Wiederanlageprodukte seien dementsprechend auch eher am Bankschalter zu finden: Die Kunden wählen am ehesten Aktien und Investmentfonds, so You Gov. Erst an zweiter Stelle werden demnach Kapitallebensversicherungen (mit Einmaleinzahlung) und Sofortrenten als gewählte Wiederanlageprodukte benannt.

Die Versicherungskunden äußern sich der Studie zufolge eher skeptisch, was die Zufriedenheit mit dem Auszahlungsprozess angeht: Demnach waren nur 46 Prozent der Kunden vom Auszahlungsprozess begeistert, 17 Prozent waren sogar unzufrieden.

Die wichtigsten Treiber für die Kundenzufriedenheit sind die Verständlichkeit und die Nachvollziehbarkeit der Gesamtabrechnung, so die Marktforscher. Auch die Pünktlichkeit und die Höhe der Überschussbeteiligung führen demnach zu einer höheren Kundenbindung und Weiterempfehlungsbereitschaft. Immerhin elf Prozent konnten die Gesamtabrechnung nicht nachvollziehen, 28 Prozent waren von der ausgezahlten Überschussbeteiligung enttäuscht.

50 Versicherer wurden im Rahmen der Studie hinsichtlich Kundenbindung und Weiterempfehlungsbereitschaft, faktischen Leistungs- und Serviceerfahrungen an allen Kontaktpunkten (Vertreter, Makler, Bank, Innendienst und Internet) und allen Kontaktanlässen (Informieren, Beraten, Betreuen, Regulieren und Beschwerde) untersucht. Hierzu wurden über 8.000 private Versicherungskunden befragt. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

2 Kommentare

  1. Ich denke schon, dass den Versicherungen einiges verloren geht, indem sie immer noch zu wenig verständlich beraten! Man kann sich doch nicht darauf verlassen, dass die Leute von selber darauf kommen, ihr gerade ausgezahltes Geld gleich wieder anzulegen. Logisch, dass die Berater an der Bank die nächsten Ansprechpartner sind…hier können die Versicherungen noch einiges besser machen.

    Kommentar von Maren Richter — 14. August 2012 @ 11:38

  2. Da viele Kunden mit den mickrigen Zinsen nicht zufrieden sind, legen die das Geld nach Ablauf der Verträge lieber besser an. Das ist mehr als nachvollziehbar.

    Kommentar von Jan Lanc — 20. April 2012 @ 17:59

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...