Studie: Versicherer glauben an Garantieprodukte

Neben den Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen arbeiten Versicherer auch daran, ihr Geschäftsmodell über die Produktgestaltung anzupassen, so die Studienmacher. Insbesondere Solvency II und die damit verbundenen Herausforderungen für die Risikoposition spielten dabei eine Rolle. „Unsere Studie zeigt deutlich, dass die Gesellschaften ihren Risikoappetit in den letzten zwei Jahren zurückgefahren haben und Risiken nun auch viel genauer beobachten“, fasst Dr. Klaus Mattar, Hauptbevollmächtigter der deutschen Niederlassung der Reinsurance Group of America (RGA), zusammen. „So gehen wir davon aus, dass wir in fünf Jahren neue Produkte am Markt sehen werden: Abschnittsgarantien beispielsweise werden dann bei der Gestaltung von Garantieprodukten eine große Rolle spielen – damit begegnen die Versicherer sowohl den niedrigen und volatilen Zinsen als auch der Notwendigkeit, ihre Kapitalkosten unter Solvency II zu optimieren.“

Die Lebensversicherer sagen nahezu einstimmig voraus, dass die branchenweite durchschnittliche Überschussbeteiligung sinken werde. „Das ist auch vernünftig und entspricht in einem schon länger andauernden Niedrigzinsumfeld einer verantwortungsvollen Unternehmenspolitik, die notwendig ist, um eine langfristig stabile Alterssicherung der Lebensversicherten zu gewährleisten“, sagte IfVW-Direktor Professor Dr. Fred Wagner.

Transparenzdebatte geht weiter

Einen weiteren Schwerpunkt der Studie bilden die Entwicklungen in Bezug auf Transparenz und Verbraucherschutz in Deutschland. „Der britische Markt macht uns bereits vor, dass Transparenzmaßnahmen große Veränderungen mit sich bringen”, so Experte Mattar. Dies werde sich in Deutschland in ähnlichem Maße entwickeln. Der Versicherer stehe dann stärker in der Pflicht als bisher, was sich auch auf die Vertriebs- und Vergütungsmodelle auswirken werde.

Nach Ansicht des Finanzvorstands der Generali Holding, Dr. Torsten Utecht, sei ein Lebensversicherungsprodukt inzwischen so komplex, dass man dieses nur mit kompetenten Beratern vermitteln könne: „Da geht es nicht um bessere Produktblätter, sondern um die Fähigkeit des Vermittlers, seinen Kunden individuell in dessen persönlicher Situation zu beraten.“ Dr. Christian Grugel aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz plädierte zudem für eine bessere Vergleichbarkeit der Produkte: „Märkte funktionieren nur, wenn man Angebote auch vergleichen kann. Deshalb brauchen wir in allen Produkten eine vorgegebene Grundleistung, die dann um weitere eigene Merkmale ergänzt wird.“

Quelle: RGA, Deloitte, IfVW

Seite drei: „Transparenz wird nicht durch Bürokratie und Komplexität erreicht.“

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