27. November 2012, 11:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Überschussbeteiligung 2013: Alte Leipziger legt vor

Das Niedrigzinsniveau an den Kapitalmärkten schlägt verstärkt auf die Versicherten durch: Der Lebensversicherer Alte Leipziger aus Oberursel hat mitgeteilt, seine Überschussbeteiligung für das nächste Jahr um 0,5 Prozentpunkte zu senken. Weitere Anbieter dürften dem Beispiel folgen.

Alte-Leipziger-Zentrale in Oberursel

Die ab dem 1. Januar 2013 geltende Gesamtverzinsung – unter Einrechnung des Schlussüberschussanteils und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven – beträgt laut Alte Leipziger künftig 4,05 Prozent. Die darin enthaltene laufende Verzinsung liegt bei 3,35 Prozent – ein Minus von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die Überschussbeteiligung müsse an die Entwicklungen der Kapitalmärkte angepasst werden, begründet das Unternehmen in einer Mitteilung. Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland hätten in den letzten Jahren ein Niedrigzinsniveau erreicht, das mit dem in Japan oder der Schweiz vergleichbar seien.

Zinszusatzreserve belastet

Zugleich betont der Versicherer, dass man die Finanzkrise ohne Verluste überstanden hätte, da man keine Kapitalmarktrisiken in Staaten mit „ungesteuerter Staatsverschuldung“ eingegangen sei. Indirekt nahm das Unternehmen Stellung zur Debatte um eine vermeintliche Schieflage einiger Lebensversicherer: Die seit Jahrzehnten für die kommenden Jahrzehnte gegebenen Zinsgarantieversprechen werde die Alte Leipziger einhalten können. Zur weiteren Stärkung der hierfür notwendigen Rücklagen bildete das Unternehmen nach eigenen Angaben in den letzten beiden Jahren Zinszusatzreserven in Höhe von fast 135 Millionen Euro. Als Belastung habe sich die Mitgabe der Bewertungsreserven für gekündigte oder auslaufende Verträge erwiesen, heißt es weiter. Hierfür sollen 2012 voraussichtlich 61 Millionen Euro aufgewendet werden.

Alte-Leipziger-Absenkung übertrifft Experten-Prognose

Die Alte Leipziger senkt ihre Überschussbeteiligung stärker ab, als es Branchenbeobachter vermutet haben. Nach Ansicht der Ratingagentur Standard & Poor’s Ratings Services könnten die deutschen Lebensversicherer 2013 die laufenden Überschussbeteiligungen um rund 20 Basispunkte auf durchschnittlich 3,6 bis 3,7 Prozent senken, auch die Ratingagentur Assekurata geht von diesem Zinskorridor aus.

Wie aus dem aktuellen Standard & Poor’s-Bericht „German Life Insurers May Cut 2013 Bonuses To Preserve Their Financial Strength“ hervorgeht, reduziere das derzeitige Niedrigzinsumfeld die nachhaltig zu erzielenden Kapitalanlageerträge der Lebensversicherer. Dies übe Druck auf deren Ertragskraft aus, der kurzfristig zusätzlich durch die Erfordernis verstärkt werde, die Zinszusatzreserve zu finanzieren.

Absenkung sichert Garantien

Die Ratingagentur verbindet mit der Absenkung der laufenden Überschussbeteiligungen jedoch auch positive Signale: Die Absenkung schone die Eigenmittel der Lebensversicherer und könne daher helfen, die Finanzkraft des Sektors aufrecht zu erhalten und eine langfristige Erfüllbarkeit der vertraglich festgelegten Garantien sicherzustellen. (lk)

Foto: Alte Leipziger

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...