Anzeige
8. November 2012, 17:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GDV weist Berichte über Schieflage bei Lebensversicherern zurück

Laut heutiger Medienberichte spielen einige Lebensversicherer mit dem Gedanken, bei der Finanzaufsichtsbehörde BaFin eine zeitweilige Aussetzung der garantierten Zinszahlungen an ihre Kunden zu beantragen. Der GDV weist die Berichte zurück.

GDV weist Medienberichte über bedrängte Lebensversicherer zurück

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase könnten einige Lebensversicherer in eine existenzbedrohende Situation geraten, berichtet das „Handelsblatt“ in seiner heutigen Ausgabe.

Die Zeitung beruft sich auf ein Papier des Bundesfinanzministeriums, demzufolge vor allem für das „schwächste Fünftel“ bei einer dauerhaft niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen erhebliche Risiken drohen. Für diese Unternehmen würden die vorhandenen Kapitalanlagen in dem zugrunde gelegten Szenario ab 2018 nicht mehr ausreichen, um neben den versicherungstechnischen Rücklagen auch die Eigenmittelanforderungen zu decken, zitiert das Medium aus einem Protokoll, das laut „Handelsblatt“ auf ein Treffen von Mitgliedern des Finanzausschusses des Bundestags mit dem Parlamentarischen Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk im Oktober zurückgehe.

Kein Grund für „Alarmismus“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat den Bericht in einer heutigen Stellungnahme zurückgewiesen. Zwar bezeichnete der Verband die anhaltenden Niedrigzinsen als „große Herausforderung“ für die Lebensversicherer, für „Alarmismus“ bestehe aber kein Grund. Die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, sei falsch, so der GDV.

Anders als der Zeitungsbericht behauptet, gebe es zudem keine Strategie von Lebensversicherern, Kunden zu einem Wechsel von älteren Verträgen mit höherer Verzinsung in niedriger verzinste Verträge zu bewegen, teilen die Interessenvertreter mit.

Der Verband verweist auf die US-Ratingagentur Fitch, die den deutschen Versicherungsunternehmen Anfang Oktober einen „stabilen“ Ratingausblick zuerkannte. Zudem hätte die BaFin erst vor kurzem bestätigt, dass die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen auch in einer extremen Niedrigzinslage noch „etliche Jahre“ erfüllen könnten.

GDV erneuert Kritik an EZB-Politik

Gleichwohl erneuert der GDV seine Kritik an der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. So werde die Niedrigzinspolitik zur Stützung von Banken und Staaten zu einer zunehmenden Belastung von Altersvorsorgesparern. Dies betreffe die Lebensversicherer ebenso wie die betriebliche Altersversorgung und berufliche Versorgungswerke sowie alle anderen Sparer, moniert der Verband. (lk)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Das der GDV so argumentiert ist klar. Aber ich bin mir sicher das jährlich der Markt kleiner wird. Es werden viele Gesellschaften schließen können.

    Kommentar von Jan Lanc — 13. November 2012 @ 18:33

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

“Es droht massenhafte Altersarmut”

Nach Einschätzung von Dr. Stefan M. Knoll, Vorstandschef der Deutschen Familienversicherung (DFV), besteht die Gefahr, dass ein Großteil der Deutschen im Falle einer Pflegebedürftigkeit Hilfe beim Sozialamt beantragen muss. Zudem würden mangelnde Ausbildung, Überstunden und fachfremdes Personal zu massiven Missständen in der Pflege führen. 

mehr ...

Immobilien

Ostdeutsche Wohnungsmärkte im Auftrieb

In Ostdeutschland sind die Kauf- und Mietpreise für Wohnimmobilien in Mittelstädten gestiegen, die Wohnkostenbelastung hat im Schnitt aber abgenommen. Der “Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017” hat untersucht, in welchen Städten die Entwicklung am dynamischsten war.

mehr ...

Investmentfonds

Droht der nächste Börsencrash?

Der “Schwarze Montag” ist auf den Tag genau 30 Jahre her. Damals lösten Algo-Trading-Systeme einen Börsen-Crash aus. In einigen Bereichen ist die Marktstruktur auch heute besorgniserregend. Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Crash? Gastbeitrag von James Bateman, Fidelity International

mehr ...

Berater

Finanzvertriebe: Bester Service aus Kundensicht

Welche Finanzvertriebe bieten ihren Kunden das beste Serviceerlebnis? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit der Tageszeitung “Die Welt”. Im Serviceranking über alle Branchen hinweg liegen die Finanzvertriebe im oberen Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...