W&W ändert Vertriebsfokus wegen Niedringzinsphase

Der Stuttgarter Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) hat ein Programm angekündigt, das den Geschäftserfolg in der Niedrigszinsphase sichern soll. Unter anderem sollen vermehrt Produkte vertrieben werden, die weniger abhängig vom Kapitalmarktzins sind.

Alexander Erdland
Alexander Erdland

Nach W&W-Angaben stehen künftig vor allem fondsgebundene Lebensversicherungen, Unfallversicherungen sowie private Krankenzusatzversicherungen im Vertriebsfokus des Konzerns. Mit dem neuen Programm „W&W 2015“ stelle sich der Konzern auf schwieriger werdende Marktbedingungen in den nächsten Jahren ein, teilte der Vorstandsvorsitzende Dr. Alexander Erdland auf der Hauptversammlung in Ludwigsburg mit.

Es sei davon auszugehen, dass das „rekordtiefe Zinsniveau“ noch weitere Jahre fortbestehe, erklärte der W&W-Chef. Zusammen mit steigenden Anforderungen aus dem regulatorischen Bereich erhöhten sich gleichzeitig die Ansprüche an die Eigenkapitalausstattung. Für einen Konzern wie die W&W, dessen Möglichkeiten der externen Kapitalbeschaffung durch seine Eigentümerstruktur begrenzt seien, stelle dieses Szenario eine große Herausforderung dar, so Erdland. Das Programm ziele daher darauf ab, die Gewinnentwicklung zu stärken und abzusichern, um aus eigener Kraft das Eigenkapital aufstocken zu können.

Dabei stehen nach Konzernangaben auch weitere Kostensenkung auf der Agenda. Hier besitze die W&W weitere langfristige Verbesserungspotenziale, die sich auf Kostenvermeidung, Effizienzverbesserung sowie strukturelle Verbilligung von in- und externen Leistungen beziehen, erklärte Erdland.

Die verdienten Bruttobeiträge der W&W-Gruppe sanken im Geschäftsjahr 2011 auf 3,75 Milliarden Euro (2010: 3,78 Milliarden Euro). Dies sei vor allem auf das rückläufige Einmalbeitragsgeschäft im Segment Personenversicherung zurückzuführen, heißt es. Der Konzern-Jahresüberschuss wuchs in 2011 auf rund 192 Millionen Euro (2010: 180 Millionen Euro). (lk)

Foto: W&W

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