24. September 2013, 08:45
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Berufsunfähigkeitsversicherung – wie die frühe Vorsorge gelingt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zählt zu den wichtigsten Versicherungen und sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Was gilt es bei Schülern, Auszubildenden und Studenten zu beachten?

Gastbeitrag von Bianca Boss, Bund der Versicherten e. V.

Kinder-BU-255x300 in Berufsunfähigkeitsversicherung – wie die frühe Vorsorge gelingtDer Abschluss einer BU ist bereits ab dem 15. Lebensjahr denkbar und sinnvoll. Allerdings werden Schüler meist in eine ungünstige “Berufsklasse” eingeordnet, wodurch relativ hohe Prämien für die Absicherung zu zahlen sind.

Je später man sich jedoch für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet, desto eher können Erkrankungen die Annahme des Antrages erschweren oder sogar verhindern.

Auszubildende: Vollwertiger Berufsunfähigkeitsschutz erst nach Abschluss

Auch Auszubildende und Studenten können sich gegen Berufsunfähigkeit versichern. Auszubildende sehen sich jedoch dem Problem der Verweisung auf andere Ausbildungen ausgesetzt, denn bei berufsspezifischen Gesundheitsstörungen ist die Verweisung auf einen anderen Lehrberuf regelmäßig zulässig. Vollwertiger Berufsunfähigkeitsschutz besteht somit tatsächlich erst mit Abschluss der Ausbildung.

Private Vorsorge unverzichtbar

Spezielle Tarife für Studenten weisen eine Besonderheit auf: Studenten sind ausdrücklich dagegen versichert, dass sie aus gesundheitlichen Gründen “die Fähigkeit verlieren das Studium fortzuführen” oder “das mit dem Studium angestrebte Berufsbild” nicht erreichen können (schlechtere Variante).

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken
BU-Vertrag in Berufsunfähigkeitsversicherung – wie die frühe Vorsorge gelingtDie BU tritt ein, wenn der Versicherte durch Krankheit oder Unfall längerfristig seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Er erhält dann eine monatliche Rente.

Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die sogenannte Erwerbsminderungsrente, sind unzureichend und schwer zu erlangen. Schüler, Studenten und Auszubildende erhalten häufig gar kein Geld. Private Vorsorge ist daher unverzichtbar.

Vertragslaufzeit: Bis Ende des Erwerbslebens

Die Vertragslaufzeit sollte möglichst bis zum Ende des Erwerbslebens reichen – meist das 67. Lebensjahr.

Die Höhe der Rente setzt sich aus den monatlichen Ausgaben, abzüglich aller Einkünfte, die nicht aus dem Arbeitseinkommen stammen, zusammen. Um eine inflationsbedingte Verteuerung auszugleichen, sollte eine Dynamik vereinbart werden.

Keine Alternativen zur BU

Es gibt eine Reihe von weiteren Versicherungsangeboten, die aber keine Alternative zur BU darstellen, weil sie einen weniger umfassenden Schutz bieten. So leistet die Unfallversicherung nur und ausschließlich bei einer bleibenden Invalidität nach einem Unfall. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung tritt nur dann mit einer Rente ein, wenn man überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann.

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt nur in dem Fall, dass der Versicherte unter einer im Leistungskatalog aufgeführten Krankheit leidet. Speziell für Kinder wird zudem die sogenannte Schulunfähigkeitsversicherung angeboten, die unter der Bedingung leistet, dass das versicherte Kind aus gesundheitlichen Gründen für voraussichtlich mindestens sechs Monate außer Stande ist, am Unterricht teilzunehmen.

Nicht zu empfehlen ist die BU als Zusatz zu einer kapitalbildenden Versicherung. Auch die Koppelung der so genannten Rürup-Rente empfiehlt sich grundsätzlich nicht.

Autorin Bianca Boss ist Versicherungsexpertin und verantwortet beim Bund der Versicherten e. V. die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Foto: Shutterstock

9 Kommentare

  1. Der Artikel gibt einen ganz guten ersten Überblick, ich würde aber empfehlen noch einen anderen Artikel zu lesen, der verständlicher geschrieben ist und dennoch alle wichtigen Punkte berücksichtigt. Ich habe unter http://www.geldtipps-aktuell.de/berufsunfaehigkeit-absichern.html einige wichtige Tipps erhalten und danach gehandelt. Jetzt bin ich doch um einiges relaxter, was den Stress im Büro angeht 🙂

    Kommentar von Hans Usch — 11. Oktober 2013 @ 03:12

  2. Bei der ganzen Diskussion um BUs kann ich nur davor warnen eine solche abzuschließen.

    Kommentar von Schmalix — 30. September 2013 @ 20:27

  3. @DW
    Stellen Sie sich einfach die Leistungsprüfung bei einem BWL-Studenten vor! Die mögliche spätere berufliche Tätigkeit eines Sudenten dieses Faches lässt dem Versicherer zu viel Interpretationsspielraum… Bei anderen Studiengängen (z.B. Humanmedizin) mag die zweite Variante tatsächlich keine Nachteile bieten. Die “richtigen” Bedingungen sind deswegen Einzelfallentscheidungen des gut informierten Beraters!

    LG

    Kommentar von RotGrau Versicherungsmakler — 24. September 2013 @ 22:39

  4. @Stefan:
    Da liegen Sie wohl völlig richtig, sowas lernen exAWD Klopper natürlich ganz bewusst nicht.

    Kommentar von Andreas — 24. September 2013 @ 20:46

  5. @nils fischer: Warum eine Koppelung nicht sinnvoll ist? Der Vorredner AS hat dies bereits treffend beschrieben. Sollten Sie eigentlich wissen. Welcher seriöse Makler verkauft eigentlich noch Rürop- oder andere Rentenversicherungen? Schon mal was von Beraterhaftung gehört? Ihr Einwand hört sich allerdings mehr nach Strukkivertreter an. MFG von einem Versicherungsmakler.

    Kommentar von Stefan — 24. September 2013 @ 18:35

  6. Interessant, eine Koppelung ist nicht sinnvoll; Warum nicht ? Und für wen konkret nicht ? Und warum wundert sich da jemand, das für eine BU im Leistungsfall Steuern zu zahlen sind ? ( zeitlich befristete Leibrente ); Es bleibt spannend..

    Kommentar von Nils Fischer — 24. September 2013 @ 18:12

  7. “[…]Studenten sind ausdrücklich dagegen versichert, dass sie aus gesundheitlichen Gründen “die Fähigkeit verlieren das Studium fortzuführen” oder “das mit dem Studium angestrebte Berufsbild” nicht erreichen können (schlechtere Variante).”

    Warum ist das angestrebte Berufsbild die schlechtere Variante? Ich sehe das Gegenteil. Dass ein bestimmtes Berufsbild nicht mehr ausgeübt werden kann ist doch viel konkreter definiert als eine Studienfähigkeit. Da ist Platz für Interpretationen.

    Kommentar von DW — 24. September 2013 @ 12:44

  8. Die kopplung ist meiner meinung nach grundsätzlich nicht sinnvoll, da bei finanziellen Schwierigkeiten des Kunden und einer “beitragsfreistellung” des vertrages kein BU-Schutz mehr gegeben ist. Ausserdem sind die Zahlungsmodalitäten bei Renten-und BU-Vericherung von unterschiedlicher Flexibilität geprägt. Bei Kopplung it einer rürup-Rente sind die Beiträge zur BUZ zwar steuerlich gefördert, doch diese “Förderung” vergisst der potenzielle Leistungsemüfänger ganz schnell wieder, wenn von der BU-Rente plötzlich Steuern erhoben wird…. Liebe Grüsse, vom biometrie-Spezialist und Spezialist für Garantiemodelle

    Kommentar von AS — 24. September 2013 @ 11:35

  9. Liebe Frau Boss,

    Sie schreiben bis zum letzten Satz sehr gut. Dort fehlt mir dann aber eine Begründung für Ihre Aussage, dass sich eine Kopplung “grundsätzlich” nicht empfiehlt. Ich würde mir wünschen, wenn Sie dies nachholen, damit sich mir die Aussage erschließt.

    Herzlichst, ein Finanzmakler

    Kommentar von SB — 24. September 2013 @ 10:46

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