4. September 2013, 14:13
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Debatte um Lebensversicherung: Honorarberater wittern Morgenluft

Nach Presseberichten über eine mögliche Begrenzung von Provisionen sowie zunehmende Finanzierungssorgen in der Lebensversicherung werben Honorarberater verstärkt für ihr Geschäftsmodell: Eine Umstellung auf Nettotarife würde den Versicherern mehr Spielraum in der Niedrigzinsphase geben.

Honorarberatung will Debatte um Lebensversicherung für sich nutzen

Mit oder ohne Abschlussprovision – gute Versicherungsberatung gibt es nicht zum Nulltarif.

Allein für den Vertrieb der Lebensversicherungen würden in der Regel zwischen drei und fünf Prozent der Sparbeiträge aufgewendet, sagt Erwin Bengler von der Honorarberaterbank Quirin. “Diese Kosten lassen sich deutlich reduzieren, wenn die Versicherungen auf Nettotarife umstellen, also keine Vertriebsprovisionen einrechnen.”

Dadurch werde der Spielraum für die Assekuranz vergrößert, auch mit niedrigen Zinsen klarzukommen, folgert Bengler und fügt hinzu, dass die Versicherer durch die entstehenden Vertriebseinsparungen Ausschüttungen aus Bewertungsreserven “nicht verzögern oder verringern” müssten, stattdessen kämen diese dem Verbraucher zugute.

Nettotarife haben sich “in der Breite” noch nicht durchgesetzt

Gleichwohl räumt Bengler ein, dass sich Nettotarife “in der Breite noch nicht durchgesetzt” hätten. Seine Begründung dürfte bei Provisionsberatern auf heftigen Widerspruch stoßen: “Natürlich ist es für einen Vertrieb interessanter, eine hohe einmalige Abschlussprovision zu verdienen, wenn er dem Kunden eine Lebensversicherung verkauft.” Bei einem angenommenen Sparbeitrag von 24.000 Euro über 20 Jahre würden fünf Prozent davon, also 1.200 Euro, bereits zu Beginn der Vertragslaufzeit an den Vertrieb fließen, meint Bengler.

Würde dieses Geld als Sparbeitrag in die Versicherung fließen, ließe sich ein deutlich besseres Ergebnis erzielen, sagt der Honorarberater – der seine Beratungsleistung natürlich auch nicht kostenlos anbietet. Im Gegensatz zur Provisionsberatung werde aber “nur einmal ein transparentes Honorar fällig”, so Bengler. (lk)

Foto: Shutterstock

5 Kommentare

  1. Honorarberater sollen das “dann” besser machen ?? Wie oft sind Kunden zu mir “übergelaufen” ,weil Sie weder vom ausgewählten Nettoprodukt (das aktuell gerade mal 12 Versicherer anbieten) überzeugt waren und als die Kunden Ihre “Honorarvereinbarung” kündigen wollten ! Der Berater sein wahres sprich negatives Gesicht zeigte, in dem er ( in allen Fällen !) per Rechtsanwalt die Kunden mit Androhung weiter verpflichtete das Honrar zu zahlen !
    In den Überprüfungen stellte sich heraus, das die Honrarveinbarungen meist höher im Gesamten waren als eine einmalige Abschlussprovision !
    Sicher ,das wird in diesem Geschäftsmodell bestimmt besser ..

    HG DerMakler

    Kommentar von DerMakler — 5. September 2013 @ 20:43

  2. @ CT , du hast ja auch keine Ahnung, da Versicherungen Versicherungsschutz bieten. Frag mal jemand, der nach einem Jahr BU wurde, wie hoch seine Rendite ist. So ein dummes Geschwätz kommt regelmäßig von ahnungslosen.

    Zum Thema Nettopolicen, sei gesagt, daß der Kunde in vielen Fällen einen Vertrag mit dem Vermittler schließt wobei die einmalig meist höheren Kosten über einen separaten Vertrag finanziert werden, der selbst dann bezahlt werden muss, wenn die LV gekündigt wird. Es lebe der Verbraucherschutz, hier profitiert nur einer: der Vermittler. Ich bin einer, aber diese Form ist nicht gut für den Kunden. Ob er die Honorare zahlen kann, wage ich zu bezweifeln. Und wie soll bitte das Honorar für ein kfz-Versicherung aussehen, Aufwand etwa 3-4 h mit aller Abwicklung, bei 90,-€ Stundensatz (Umsatz) reden wir von 360€ Honorar, bei einer kfz-Vers. die vielleicht nur 200€ im Jahr kostet. Und jetzt?

    Kommentar von Heinz-Bert — 5. September 2013 @ 15:16

  3. Eine Honorarberatung ist kein Qualitätsmerkmal.

    Kommentar von Stefan — 5. September 2013 @ 14:00

  4. sparen über versicherungen hat sich nie gelohnt. Das hat sich entweder für der versicherer oder der verkäufer gelohnt.

    Kommentar von CT — 5. September 2013 @ 08:48

  5. Das Sparen über Versicherungen bleibt ein Produkt welches sich unabhängig von der Entlohnung des Beraters lohnt. Fraglich ist ob ein Nettomodell vom Großteil der Bevölkerung getragen werden kann, Geringverdiener und Niedrige Einkommen haben Probleme Honorare und/oder hohe Provisionen zu zahlen. Bleibt die generelle Frage, wie diesen Bevölkerungsgruppen der Zugang zu guter Beratung gewährt werden soll? Wenn der Zugang für jeden sichergestellt werden kann ist jedes Vergütungsmodell willkommen.

    Kommentar von Andre Perko - FINANCEDOOR GmbH — 4. September 2013 @ 14:32

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