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17. Oktober 2013, 11:25
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“Eine undifferenzierte Provisionsbegrenzung lehnen wir ab”

Frank Kettnaker, Vorstand des Versicherungskonzerns Alte Leipziger-Hallesche, äußert sich im Interview mit Cash. über seine Erwartungen an die künftige Bundesregierung und zu den aktuellen Herausforderungen in der Lebensversicherung.

Frank Kettnaker, Alte Leipziger-Hallesche

Frank Kettnaker, Vorstand Alte Leipziger-Hallesche: “Es müssen klare und langfristig stabile Regelungen geschaffen werden.”

Cash.: Die Lebensversicherung befindet sich seit geraumer Zeit in unruhigem Fahrwasser. Welche Erwartung haben Sie an die künftige Bundesregierung, um die Situation zu verbessern?

Kettnaker: Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und den Zukunftsaussichten der gesetzlichen Rente ist mehr private Vorsorge dringend erforderlich. Hier müssen klare und langfristig stabile Regelungen geschaffen werden, die sich nicht ständig ändern.

Die Niedrigzinspolitik mit Zinsen nahe der Inflationsrate führt langfristig dazu, dass vernünftiges Sparen und für das Alter vorsorgen schwieriger geworden ist. Dies betrifft sowohl Bankprodukte, die betrieblichen Versorgungssysteme als auch Lebensversicherungsprodukte.

Bei welchen der derzeit stark diskutierten regulatorischen Vorhaben sehen Sie den vordringlichsten Klärungsbedarf: Bewertungsreserven, Garantiezins, Provisionsdeckelung oder Riester-/Rürup-Reform?

Die Riester- und Rürup-Produkte sind in ihrer derzeitigen Form gute, erfolgreiche Produkte, bei denen keine Reform zwingend erforderlich ist, sofern kein akuter Druck besteht.

Für eine Garantiezins-Änderung ist ein entsprechender Vorlauf erforderlich, hier besteht eine hohe Dringlichkeit der Entscheidung, damit die Branche ausreichend Zeit hat, ihre Systeme umzustellen.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase und einer mutmaßlichen Rechnungszinssenkung zum Jahr 2015 sieht die Alte Leipziger Leben durchaus Diskussionsbedarf bezüglich der Verteilung der Vergütung. Eine undifferenzierte Provisionsbegrenzung im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung lehnen wir jedoch ab.

Bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven sollte eine Änderung des Verteilungsmechanismus vorgenommen werden, der eine gerechtere Verteilung ermöglicht. Zurzeit werden Kunden, die jetzt gehen, belohnt. Die Kunden, die weiterhin ihre Verträge besparen, werden benachteiligt. Mit einer Änderung würden die Kundeneinlagen weiter gestärkt. Dies ist in der schwierigen Phase, in der auch die Zinszusatzreserve gebildet werden muss, notwendig.

Welche spartenübergreifende Produkte und Themen werden bei Ihnen im nächsten Jahr im Vordergrund stehen? 

Wir bauen weiterhin auf unsere gute Marktposition im Bereich der biometrischen Absicherung und wollen diese weiter festigen und ausbauen. Darüber hinaus sehen wir das Geschäftsfeld der betrieblichen Altersversorgung stark im Fokus.

Die Alte Leipziger wird auch zukünftig klassische Produkte anbieten, zeitgleich gestalten wir auch unsere fondsgebundenen Produkte fortlaufend attraktiver, beispielsweise durch Aufnahme neue Fonds in unserer Fondsauswahl, so dass wir dem Berater eine umfangreiche Produktpalette an die Hand geben können für eine ganzheitliche Beratung ihrer Kunden.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Alte Leipziger-Hallesche

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