Private Zusatzversicherung: Potenzial ungebrochen

Ein Fünftel  der erwachsenen gesetzlich Versicherten unter 60 haben mindestens eine private Krankenzusatzversicherung. Das zeigt eine Studie des Kölner Marktforschungsinstituts You Gov. Trotzdem besteht demnach weiterhin eine große Nachfrage.

Eines der wichtigsten Motive für den Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung ist laut der Studie die Versorgungslücke beim Zahnersatz.

Obwohl der Studie zufolge bereits 8,2 Millionen und damit 20 Prozent der gesetzlich Versicherten im Alter zwischen 18 und 59 Jahren mindestens eine private Krankenzusatzversicherung besitzen, ist das Potenzial an Neuverträgen demnach ungebrochen. So haben mehr als vier Millionen die Absicht, eine private Krankenversicherung in den kommenden sechs Monaten entweder neu abzuschließen oder zu wechseln.

Die Motive hierfür liegen laut der Studie insbesondere in den wahrgenommenen Versorgungslücken beim Zahnersatz, bei Vor-/Nachsorgeuntersuchungen und Sehhilfen. Darüber hinaus planen demnach mehr als zwei Millionen Eltern den Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung für ihre Kinder.

Zahnersatz erzeugt Abschlussinteresse

31 Prozent der gesetzlich Versicherten stufen eine private Krankenzusatzversicherung als sehr oder äußerst wichtig ein,heißt es in der Studie. Insbesondere für Versicherte, die sich über das Leistungsangebot von Krankenkassen informieren und sich einen Krankenkassenwechsel vorstellen können, sind private Krankenzusatzversicherungen demnach von hoher Relevanz (61 Prozent sehr oder äußerst wichtig). In erster Linie sei es der Zahnersatz, der das Interesse der abschlusswilligen Personen auf sich zieht (60 Prozent).

„Anbieter von privaten Krankenzusatzversicherungen müssen in ihrer Kommunikation die Endverbraucher über die gesetzlichen Versorgungslücken informieren. Nur selten liegen ein vollständiges Wissen und eine bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte Zusatzabsicherungen vor“, meint Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand bei You Gov. Grundsätzlich sei Gesundheit ein aufmerksamkeitsstarkes Thema. „Eltern reagieren zum Beispiel besonders stark auf die Themen Kieferorthopädie, Zahnersatz und Sehhilfen“, so Dr. Gaedeke weiter.

Kooperationen von privaten und gesetzlichen Versicherern akzeptiert

Trotz der neuen juristischen Hürden für Krankenkassen, Zusatzversicherungen zu vermitteln, habe dieses Angebot eine große Akzeptanz in der Bevölkerung: Kooperationen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und privaten Versicherungsgesellschaften genießen der Studie zufolge bei privaten Krankenzusatzversicherungen eine hohe Akzeptanz, die Mehrheit (50 Prozent) ist hiervon überzeugt. Zwölf Prozent sehen diese Kooperationen demnach jedoch als überflüssig an.

Für die Studie „Kundenerwartungen an die Krankenzusatzversicherungen“ hat das Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts You Gov 1.500 gesetzlich krankenversicherte Personen zwischen 18 und 59 Jahren im Oktober 2013 repräsentativ befragt. (jb)

Foto: Shutterstock

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