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19. Februar 2014, 09:35
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BU-Ersatzprodukte: Versicherer hofieren hohe Risiken

Gibt es sinnvolle Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister: Während der Bund der Versicherten von “scheinbaren Alternativen” vehement abrät, sehen Marktbeobachter und Makler die Lage differenzierter.

BU-Absicherung

Dietmar Bläsing, Volkswohl Bund: „Eine alternative Absicherung ist immer besser als gar keine Absicherung.“

Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des Analysehauses Franke und Bornberg, betont, dass eine alternative “Worst-Case-Absicherung in sinnvoller Höhe und Laufzeit” besser sei als eine BU mit Mini-Rente oder gar keine Versorgung.

Intelligente Produkt-Kombinationen

“Eine passgenaue Absicherung kann auch durch Kombination verschiedener Produkte entstehen, die Leistung und Preis für jeden Kunden maßgeschneidert in Einklang bringt. Hier bieten sich beispielsweise intelligente Kombinationen aus BU-Produkten, Erwerbsunfähigkeits-(EU-)Tarifen sowie Multi-Risk-Deckungen und Grundfähigkeitstarifen an.”

Ein Umdenken sei erforderlich, so Franke. “Denn viel zu oft sprechen und denken wir nur in den Kategorien der BU, wenn wir doch die Absicherung der Arbeitskraft meinen.” Bei Dietmar Bläsing, Vertriebsvorstand der Volkswohl Bund Versicherungen, rennt Franke offene Türen ein: “Eine alternative Absicherung ist immer besser als gar keine Absicherung. Der Meinung sind wir auch und deshalb haben wir eine neue Absicherung der Arbeitskraft entwickelt, die seit Anfang 2014 erhältlich ist.”

BU-Ersatzprodukte nehmen zu

Die neue Grundfähigkeitsversicherung mit dem Namen “€xistenz” soll sich insbesondere an körperlich Tätige richten. Der Versicherte erhält demnach eine monatliche Rente, wenn er wichtige körperliche Fähigkeiten einbüßt.

“Die Prämie ist erheblich preiswerter als bei einer BU, so dass “€xistenz” eine echte Alternative für viele ist, für die bisher aus Kostengründen keine BU infrage kam”, sagt Bläsing.

Beim BU-Marktführer Allianz hat man bereits 2011 eine Grundfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht. Dr. Volker Priebe, Leiter Produktentwicklung und Aktuariat bei der Allianz Leben, räumt zwar ein, dass die “Körperschutzpolice” die Berufsunfähigkeitsvorsorge “nicht vollständig” ersetzen könne. Gleichwohl biete die Police für körperlich Tätige, “denen oft der Broterwerb selbst und nicht die Absicherung des beruflichen Status wichtig ist, eine gute Alternative zu einem deutlich geringeren Beitrag”.

Gegenüber der selbstständigen BU-Versicherung beziffert die Allianz den Preisabschlag auf bis zu zwei Drittel. “Die Akzeptanz unseres Produkts ist insbesondere bei handwerklich Tätigen groß”, betont Priebe.

Seite zwei: Neue Lösungen bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung

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4 Kommentare

  1. Dann ist das nicht 100 % Risiko, sondern ggfs. 100 % Leistung. Bei Depressionen und Rückenleiden gibt es nichts, zwar BU, aber Null Leistung.

    Kommentar von Rüdiger Falken — 24. Februar 2014 @ 18:47

  2. @Falken, auch eine Möglichkeit der Betrachtung; Aber wenn ein Handwerker dank körperlichem Verschleiß einfache “Grundfähigkeiten” nicht mehr kann, dann sind das doch 100 % Risiko, richtig oder falsch ?

    Kommentar von Nils Fischer — 24. Februar 2014 @ 18:35

  3. Die wohl sinnigste Aussage in diesem Artikel stammt von einem Praktiker und Fachmann (Matthias Helberg).
    Es ist richtig, eine gibt keinen Ersatz für eine gute SBU, jedoch mehrere Möglichkeiten zur Absicherung der Arbeitskraft. Leider wird noch zu wenig über die Schwierigkeiten bei der Beantragung von Leistungen aus einer BU berichtet.

    Kommentar von Jochen Seidel — 21. Februar 2014 @ 09:16

  4. Mit den Alternativen, die die Versicherungsbrache zur BU anbietet, wird der Einstieg in den Ausstieg aus der BU-Absicherung vorbereitet. Das ist auch lukrativ, denn für 60 % des BU-Beitrags wird nur noch 20 % des Risikos getragen.

    Kommentar von Rüdiger Falken — 20. Februar 2014 @ 08:35

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