Anzeige
29. November 2013, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz im Effizienz-Test

Durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz soll die private Vorsorge steuerlich stärker gefördert werden. Doch das Gesetz hat Schwächen und schafft Fehlanreize, insbesondere bei dem wichtigen BU-Schutz.

Gastbeitrag von Michael Franke, Franke & Bornberg

Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz

Der Preistreiber ist die Vorgabe des Gesetzgebers, eine lebenslange Leistung bei Berufsunfähigkeit darzustellen, wenn die BU bis zum Ablauf anhält. Dadurch wird die geförderte BU gegenüber den aktuellen Produkten um das Zwei- bis Dreifache teurer.

Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz soll die steuerliche Förderung der privaten Alters- und Invaliditätsvorsorge verbessern. Es ist am 1. Juli 2013 in Kraft getreten. Das Bundesfinanz-ministerium bewirbt es in seinem Monatsbericht wie folgt:

Änderungen durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz:

• Die geförderte private Altersvorsorge (Riester-Rente und Basisrente) ist eine lohnenswerte und sinnvolle Option, um für das Alter finanziell vorzusorgen. Die begünstigten Altersvorsorgeprodukte werden durch die vorgenommenen Änderungen (Produktinformationsblatt, Begrenzung der Wechselkosten) für den Anleger transparenter und besser vergleichbar.

• Die Absicherung gegen den Eintritt der Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit wird unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig stärker steuerlich gefördert.

Soviel vorweg: die Versprechungen klingen gut, aber das Gesetz hat seine Schwächen und bietet Fehlanreize. So entsteht auch durch die neuen Produktinformationen keine Transparenz und der wichtige BU-Schutz wird kostspieliger als je zuvor.

Bürokratie statt sinnvoller Vorsorge

Offensichtlich stellt man Transparenz und Vergleichbarkeit schon deshalb in den Vordergrund, weil der Gesetzgeber nichts Substanzielles für die Vorsorge tut. Statt die Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine sinnvolle Kapitalanlagenrendite sicherer Anlagen ermöglichen, wird partiell das Gegenteil erreicht: Mit Produktinformationsblättern und der “Produktinformationsstelle Altersvorsorge” schafft das Gesetz noch mehr Bürokratie, die zunächst einmal bei Versicherern Kosten in Millionenhöhe verursachen.

Bleibt die Frage, was es im Gegenzug an Transparenz zu bieten hat und ob die Produkte tatsächlich besser vergleichbar werden.

Simulationsrechnungen schaffen nur eine andere Form der Intransparenz

Geförderte Altersvorsorgeprodukte sollen mit Hilfe von Simulationsrechnungen in sogenannte Chance-Risiko-Klassen eingeteilt werden. Die Schwächen dieser Simulationsrechnungen sind in Fachkreisen allerdings hinreichend bekannt: Kein Verbraucher kann die komplexen Rechenparameter solcher stochastischen Simulationen nachvollziehen.

Die Ergebnisse der Simulation werden nur zum Ende der berechneten Laufzeit betrachtet und dementsprechend endfällig kalkulierte Tarife bevorzugt. Als Risikobegrenzer wird die im Produkt enthaltene Garantie angesetzt.

Seite zwei: Geförderte BU nur zu Höchstpreisen

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. So ist es. Vielen Dank für das Feedback, wir freuen uns sehr darüber.

    Kommentar von Franke und Bornberg — 9. Dezember 2013 @ 08:18

  2. Erst hört sich das ganze immer ganz gut an, aber wenn man sich das im Detail anschaut, sieht man die Tücken.

    Ein sehr gut verfasster Artikel, der es auf den Punkt bringt.

    Kommentar von Bernd — 2. Dezember 2013 @ 14:29

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...