Digitaler Wandel: Versicherer sorgen sich um vernachlässigte Kunden

Die Versicherungswirtschaft in Deutschland möchte verstärkt im Internet Fuß fassen – ohne die örtliche Präsenz zu vernachlässigen. „Wir Versicherer müssen nicht nur im Internet und auf dem Smartphone, sondern weiterhin auch vor Ort im Schwarzwald und in der Uckermark präsent sein“, sagte Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Die Gefahr von Datenmissbrauch und die Angst vor Überwachung prägen ein diffuses Unbehagen“, das die „Generation Mitte“ beim Gedanken an die fortschreitende Digitalisierung begleite, heißt es in der Studie.

Die Frage „Online oder Offline?“ könne nur mit „Online und Offline!“ beantwortet werden, erklärte Erdland am Dienstag in Berlin anlässlich der Vorstellung der Allensbach-Studie „Generation Mitte – Zukunftsmacher wider Willen“. Die respräsentative Studie befragte im Auftrag des GDV 1.245 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren zum digitalen Wandel.

Erdland: „Dürfen nicht einen Teil der Gesellschaft abhängen und aus den Augen verlieren“

„Wir dürfen nicht einen Teil der Gesellschaft abhängen und aus den Augen verlieren“, warnte der GDV-Präsident angesichts der Studienerkenntnis, wonach der digitale Wandel in den verschiedenen sozialen Schichten „in höchst unterschiedlichem Maße“ vorangehe. Dies sei eine besorgniserregende Entwicklung, so Erdland.

„Je höher der soziale Status, desto stärker kauften die Befragten Produkte online und nähmen Internet-Dienstleistungen in Anspruch“, erklärte Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach. Auch habe die Nutzung von digitaler Technik, so Köcher, die Kommunikation mit Freunden, Familie sowie Kollegen und Geschäftspartnern in mittleren und höheren sozialen Schichten stärker geprägt als in einkommensschwächeren.

„Gefahr von Datenmissbrauch und Angst vor Überwachung prägen ein diffuses Unbehagen“

Darüber hinaus kommt die Studie zu dem Schluss, dass die 30- bis 59-Jährigen den digitalen Wandel eher skeptisch beurteilten. „Die Gefahr von Datenmissbrauch und die Angst vor Überwachung prägen ein diffuses Unbehagen“, das die „Generation Mitte“ beim Gedanken an die fortschreitende Digitalisierung begleite, heißt es. Trotzdem kaufe sie häufig online ein, berichtet Köcher, „gibt ihre Daten an Kunden- und Bonusprogramme, ist Mitglied in den sozialen Netzwerken und treibt den digitalen Wandel aktiv voran.“

Seite zwei: Zögerlichkeit bei Altersvorsorge „klare Folge des gegenwärtigen Nichtstuns der Politik“

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