2. Dezember 2014, 10:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beratungs- und Gebührenmodelle: Eine Frage der Erlaubnis?

Es ist kein Grund ersichtlich, warum ein Mischmodell bei einem Versicherungsvermittler zulässig sein soll, bei einem Finanzanlagenvermittler jedoch nicht. Schließlich existieren zahlreiche Überschneidungen zwischen dem Produktangebot von Versicherungs- und Finanzvermittlern. Und dies hat auch gute Gründe: Würden hier Beschränkungen in den Modalitäten der Vergütung gelten, würde das bei den Kunden für Verwirrung sorgen – es wäre dann auch keine einheitliche Erstinformation mehr möglich, obwohl Paragraf 12 II FinVermV dies vorsieht.

Paragraf 12 a FinVermV als reine Informationsregelung regelt lediglich, dass der Berater den Anleger darüber aufklären muss, ob er von ihm eine Vergütung verlangt, in welcher Art und Weise diese berechnet wird, ob er Zuwendungen von Dritten annehmen und behalten darf oder ob eine Kombination aus beiden Möglichkeiten erfolgt.

Würde man unterstellen, dass die Mischmodelle nicht mehr zulässig sind, handeln die Vermittler seit August 2014 rechtswidrig. Daraus ergeben sich folgende mögliche Konsequenzen: Honorarvereinbarungen sind unwirksam und müssten rückabgewickelt werden, es folgen der Entzug der Erlaubnis und die Abmahnfähigkeit der Mischmodellpraxis.

Zukunft der Mischmodelle ist offen

Die Zukunft der Mischmodelle ist offen, da bisher noch keine Gerichtsentscheidungen existieren, die sich mit Paragraf 12 a FinVermV auseinandergesetzt haben. Es gibt also für den Finanzanlagenvermittler zurzeit keine Rechtssicherheit.

Resümierend festzustellen bleibt, dass Finanzberater entgegen der Auffassung des Verbraucherschutzministeriums gesetzlich nicht daran gehindert sind, Mischmodelle sowohl auf Basis von Provision als auch Honorar anzubieten. Die Tatsache, dass dieser Weg in der Praxis nicht ohne Risiken zu beschreiten ist, weil sein Verlauf noch nicht juristisch geebnet wurde, erschwert derzeit die Entscheidung für betroffene Berater.

Autor ist Rechtsanwalt Jürgen Evers, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte.

Foto: Kanzlei Blanke Meier Evers

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Leider wird dieses Thema immer nur vom „Ende“ des Beratungsprozesses her gesehen. Am Anfang steht grds. umfangreicher Zeitaufwand an neutraler, weil bedarfsgerechter Beratung für irgendwelche Finanzgeschäfte. Wer also nicht nur als „Verkäufer“ auftritt, sondern als „FinanzCoach“ mit ganzheitlicher Beratung, kann den gesamten Zeitaufwand an „betriebswirtschaftlicher Beratung“(sogar ohne 34c,d,f) rechtlich sicher mit einem Werkvertrag in Rechnung stellen, wenn es sonst nicht anderen Vergütungen kommt. Näheres im eBook VERMÖGENSPASS bei mwsbraun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 3. Dezember 2014 @ 10:35

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nach Bundestag stimmt auch Bundesrat für die Grundrente

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat der Grundrente zugestimmt, durch die kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

Ermittlungen gegen Wirecard-Manager auch wegen Untreueverdachts

Im Skandal um fehlende Milliarden beim Dax-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” nun auch wegen Untreueverdachts gegen den Ex-Vorstandschef und weitere Manager.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...