Falsche Erwartungen an das Rentenpaket

Die Mehrheit der Deutschen schätzt das große Rentenpaket, das im Juli in Kraft getreten ist, falsch ein, warnt der deutsche Fondsverband BVI. Laut einer Studie berücksichtigen die Bundesbürger die Folgekosten nicht in der Planung der eigenen privaten Altersvorsorge.

Über die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Kosten des Rentenpakets die Jüngeren tragen müssen.

Kernelemente des Rentenpakets sind die Anrechnung höherer Kindererziehungszeiten und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, die vor allem Eltern, langjährigen Beitragszahlern und Frührentnern zugute kommen.

Die Mehrausgaben infolge des Rentenpakets werden von Sachverständigen auf insgesamt 160 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 geschätzt.

„Eine solche Zusatzbelastung kann selbst bei steigenden Steuereinnahmen lediglich über höhere Rentenbeiträge und sinkende Renten im Alter ausgeglichen werden“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. Das sei den Bundesbürgern jedoch nicht bewusst.

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Laut einer Studie des Forschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des BVI rechnen 63 Prozent der Befragten entweder mit keinen Folgen des Rentenpakets für ihre spätere Rente oder sogar mit einer höheren Auszahlung im Alter.

Mehrheit will Altersvorsorge nicht aufstocken

Für die Studie hat das Marktforschungsunternehmen TNS im Zeitraum vom 23. bis 26. Juli 2014 1.007 Bundesbürger ab 18 Jahren telefonisch befragt. Laut der Umfrage glaubt lediglich ein Viertel der Befragten, dass ihre persönliche Rente aufgrund der Mehrausgaben infolge des Rentenpakets sinken wird. Entsprechend halten es demnach die Wenigsten für erforderlich, ihre private Altersvorsorge wegen des Rentenpakets anzupassen. 82 Prozent der Befragten planen, ihre Sparanstrengungen entweder gar nicht zu ändern oder sogar zu reduzieren. Nur 16 Prozent wollen der Umfrage zufolge mehr sparen.

 

Seite zwei: Deutsche rechnen mit Rentenlücke

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