Anzeige
3. April 2014, 12:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IVFP-Studie: Riestern lohnt sich selbst bei Niedrigzins

Riester-Verträge lohnen sich nahezu immer. Zu diesem Urteil kommt eine Untersuchung des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Das IVFP prüfte 73 Riester-Rentenversicherungstarife von 54 Versicherern anhand von 83 Kriterien. Zumindest im Hinblick auf die Rendite gebe es keinen Grund Riester schlecht zu reden, teilt das Institut mit.

Riester-Verträge lohnen sich laut Studie selbst bei Niedrigzins

Der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester ist Urheber der gleichnamigen Vorsorgeform, die mehr als zehn Jahre nach ihrem Start keinen leichten Stand hat.

“Dass sich Riester für nahezu jeden lohnt, zeigen von uns durchgeführte Berechnungen”, sagt IVFP-Geschäftsführer Frank Nobis. Auch der “gegenwärtig vorherrschende Niedrigzins” mache die Rentabilität von Riester nicht zunichte. “Selbst wenn man lediglich den Höchstrechnungszins von 1,75 Prozent zugrunde legt, erzielen Riester-Policen immer noch nennenswerte Renditen. Im Vergleich zu nicht geförderten Sparalternativen ist Riester unschlagbar”, meint Nobis.

IVFP hält Renditen von bis zu neun Prozent für möglich

Legt man eine durchschnittliche laufenden Verzinsung von derzeit 3,64 Prozent zu Grunde, falle die jährliche Rendite nach Steuer noch höher aus: Demnach erzielt eine 40-jährige Angestellte mit Kleinkind bei einem Jahresbrutto von 30.000 Euro eine Rendite von über vier Prozent. Rund 8,7 Prozent Rendite ermittelte das IVFP bei einem Ehepaar mit zwei Kleinkindern bei einem gemeinsamen Jahreseinkommen von 50.000 Euro.

Um diese Renditen zu erzielen, müssen die Riester-Kunden allerdings auch die vertraglichen und steuerlichen Rahmenbedingungen optimal nutzen, zum Beipiel die staatliche Zulagen voll ausschöpfen, betont IVFP-Analyst Georg Goedeckemeyer im Gespräch mit Cash.-Online.

Als Faustregel gilt: je geringer das Jahresbrutto desto höher die Förderquote. Aber auch Gutverdiener profitierten über die komplette steuerliche Förderung der Riesterbeiträge, so das IVFP. “Folglich gibt es nur Gewinner, unabhängig davon, ob man über ein hohes oder niedrigeres Einkommen verfügt”, heißt es weiter.

Niedrigzinsphase kein Ausschlusskriterium

Den Abschluss eines Riester-Vertrages aufgrund der Niedrigzinsphase auszuschließen, halten die Analysten für nicht sinnvoll: “Bei einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren ist davon auszugehen, dass das Zinsniveau irgendwann wieder steigen wird. Dass sich das dann wiederum positiv auf die Rendite eines Riester-Vertrags auswirken wird, ist logisch”, sagt Experte Nobis. So zeige sich, dass die zuvor genannte Rendite von 8,7 Prozent auf 9,9 Prozent steige, wenn sich der Zins gerade einmal um 0,9 Prozent erhöhen würde.

Mehr Versicherer weisen Gesamtkostenquote aus

Weiter stellte das IVFP fest, dass der Bestand an klassischen Riester-Policen schrumpft, während der Anteil an fondsgebundenen Riester-Verträgen zunimmt. Eine erfreuliche Entwicklung sei, dass immer mehr Anbieter von klassischen Riester-Policen die Gesamtkostenquote ausweisen: Taten dies im vergangenen Jahr nur ein Drittel der Versicherer, sind es in diesem Jahr bereits 43 Prozent. Zur Höhe der Gesamtkostenquoten machte das IVFP keine Angaben. Grund hierfür sei, dass es immer noch keine einheitliche Definition gibt, welche Kosten darunter aufzuführen sind.

Keine Veränderungen hingegen gibt es demnach bei der Darstellung der monatlichen Abschluss- und Vertriebskosten (bezogen auf die monatliche Sparrate). Wie im vergangenen Jahr liegt hier die Quote unverändert bei 28 Prozent.

Ähnlich verhält es sich laut IVFP mit den Kosten für eine Zuzahlung von 1.000 Euro. Zwar sei ein leichter Anstieg des Betrags von 79 auf 81 Euro zu verzeichnen. Prozentual allerdings bleibe alles wie gehabt: 16 Prozent der Anbieter verlangen maximal 50 Euro; zehn Prozent verlangen mehr als 110 Euro. Eine leichte Verbesserung zeigte sich bei der Darstellung der Kosten für Zuzahlungen. Bei zwei Prozent mehr als im Vorjahr (2013: 60 Prozent) ließen sich diese deutlich entnehmen.

IVFP unterstellt Abschluss- und Vertriebskosten von fünf Prozent

Das Riester-Renten-Rating 2014 ist auf der IVFP-Website abrufbar. Es ist in drei Kategorien unterteilt: Klassische Tarife, fondsgebundene Tarife mit Beitragserhaltsgarantie (fmb) sowie sogenannte Comfort-Tarife. Zu den führenden Anbietern im Ranking zählen neben Huk-Coburg, Allianz, Alte Leipziger und Stuttgarter auch Debeka, R+V, Hanse Merkur 24, Hannoversche sowie PB.

Bei der Berechnung der Renditen unterstellte das IVFP folgende Kennzahlen: Verwaltungskosten der Versicherungen pro Jahr: 2,5 Prozent vom Beitrag; Abschluss- und Vertriebskosten der Versicherung: fünf Prozent der Beitragssumme; Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten über fünf Jahre; Rentensteigerung pro Jahr: null Prozent; Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. (lk)

Foto: Martin Stollberg

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Zur Verwendung

    Kommentar von Vadim Faldin — 6. April 2014 @ 16:45

  2. “Dass sich Riester für nahezu jeden lohnt, zeigen von uns durchgeführte Berechnungen” Volkswirtschaftlich betrachtet ist dies Aussage mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch! Die Bürger bekommen im Prinzip eine Teil ihrer Steuerausgaben durch Riester zurück minus den Verwaltungs- und Vertriebskosten. Effizient ist das nicht. Wer kann eine Gesamtbilanz aufstellen?

    Kommentar von Rolf — 5. April 2014 @ 23:52

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Policen: Worauf Verbraucher beim Wechsel achten sollten

Viele Verbraucher machen beim Wechsel der Kfz-Versicherung den Fehler, nur auf den günstigsten Beitrag zu achten, nicht jedoch auf die besten Versicherungsbedingungen. Davor warnt der Bund der Versicherten (BdV). “Der Fehler rächt sich spätestens im Falle eines Schadens”, so BdV-Pressesprecherin Bianca Boss. 

mehr ...

Immobilien

Vonovia vereinbart Kooperation mit französischer Groupe SNI

Der Immobilienkonzern Vonovia und sein französisches Pendant, die Groupe SNI, haben vereinbart, zusammenzuarbeiten. Die Unternehmen wollen gemeinsam nach Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten suchen.

mehr ...

Investmentfonds

Was Chinas Neusortierung tatsächlich bedeutet

Der 19. Parteikongresstag der Kommunistischen Partei Chinas im Oktober ändert politisch viel und ökonomisch – vorerst – nichts. Zu diesem Schluss kommt Witold Bahrke, Senior-Stratege bei Nordea Asset Management.

mehr ...

Berater

Banken: Diesen Instituten vertrauen die Kunden

Welche Banken genießen das höchste Kundenvertrauen? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit dem Magazin “Wirtschaftswoche” nachgegangen. Im branchenübergreifenden Vertrauensranking liegen die Institute – bis auf die Privatbanken – im Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...