Solvency II: Experten fürchten geringen Zeitpuffer

Die Vorbereitung auf das künftige EU-Finanzregelwerk Solvency II wird von mehr als 70 Prozent der Versicherer in Deutschland als große oder sehr große Herausforderung eingestuft. Dies ergab eine Studie der Versicherungsforen Leipzig. Demnach verfügt erst jedes fünfte Unternehmen über fertig ausgearbeitete Reporting-Prozesse.

„Die beteiligten Abteilungen in den Unternehmen werden noch einige Zeit mit der Vorbereitung auf die einzelnen Solvency-II-Anforderungen ausgelastet sein“, mutmaßen die Versicherungsforen Leipzig.

Bei der großen Mehrheit (70 Prozent) der 95 Befragten aus insgesamt rund 40 verschiedenen Gesellschaften sind die Prozesse bezüglich der Solvency-II-Berichterstattung bislang nicht über den Planungsstatus hinausgekommen.

Teilweise bliebe den Unternehmen nur wenig Zeit zwischen der Veröffentlichung der finalen Anforderungen und der Erstanwendung, geben die Studienautoren zu bedenken.

Starttermin von Solvency II ist der 1. Januar 2016. Bereits seit dem 1. Januar 2014 läuft eine Vorbereitungsphase, in der zahlreiche Bestandteile der Säulen zwei und drei (siehe Grafik) vorzeitig eingeführt werden.

Hoher Koordinationsbedarf zwischen den Abteilungen

Durch die Einbeziehung von durchschnittlich sechs Abteilungen gebe es einen hohen Koordinationsbedarf bei den befragten Gesellschaften, heißt es in der Studie. So seien nicht nur die drei Kernbereiche Risikomanagement, Rechnungswesen und Aktuariat/Mathematik/Versicherungstechnik an der Umsetzung beteiligt, sondern auch weitere Abteilungen wie Kapitalanlage, Recht/Compliance, Interne Revision, Personalwesen oder IT.

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„Versicherungsunternehmen müssen sich daher bereits im Vorfeld von Solvency II intensiv mit einer klar strukturierten und dokumentierten Prozesslandschaft beschäftigen“, raten die Experten der Versicherungsforen Leipzig. Dadurch hätten sie im Nachgang weniger Aufwand bei der Suche nach Prozessfehlern.

 

Eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen ist aus Sicht der Studienmacher ein „ausschlaggebender Erfolgsfaktor“.

Seite zwei: Der Teufel steckt im Detail

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