Anzeige
21. Mai 2015, 12:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Beschwerdeaufkommen gegen Versicherer bleibt stabil

Den Ombudsmann für Versicherungen, Professor Dr. Günter Hirsch, erreichten im vergangenen Jahr so viele Beschwerden wie noch nie. Trotzdem besteht für die Versicherer nicht mehr Anlass zur Sorge, denn verantwortlich für den neuen Höchststand ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Bankenrecht, ergab der Jahresbericht der Schlichtungsstelle.

Beschwerdeaufkommen gegen Versicherer bleibt stabil

Im Bericht erläutert Ombudsmann Professor Dr. Günter Hirsch anhand mehrerer Urteile, wie die Lebensversicherung “zunehmend von der europäischen und deutschen Rechtsprechung erfasst wird”.

Laut dem Jahresbericht, der heute in Berlin vorgestellt wurde, lagen die Beschwerdeeingänge bis Ende November 2014 etwa auf dem (sehr hohen) Niveau des Vorjahres. Im Dezember erreichten den Ombudsmann jedoch 2.976 Beschwerden, wodurch im Gesamtjahr 2014 “der bislang höchste Eingang seit Bestehen der Schlichtungsstelle zu verzeichnen war”.

Viele Beschwerden gegen Banken treiben Eingaben auf den Höchststand

Unter den insgesamt 19.897 Beschwerden befanden sich nach Angaben von Dr. Horst Hiort, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle, jedoch viele Beschwerden gegen Banken. Rechne man die unzulässigen Eingaben heraus, entspreche das Beschwerdeaufkommen (12.815) in etwa der Größenordnung des Vorjahres (12.614, siehe Grafik).

Starke Beschwerdezunahme in der Wohngebäude- und Kfz-Kaskoversicherung 

Wie der Bericht weiter ergab, unterschied sich die Entwicklung des Beschwerdeaufkommens von Sparte zu Sparte teils deutlich. Während in der Gebäude- (plus 32,3 Prozent) und in der Kfz-Kaskoversicherung (plus 14,9 Prozent) die zulässigen Beschwerden stark zunahmen, habe man in der Kfz-Haftpflicht- (minus 12,4 Prozent), der Lebens- (minus 13,5 Prozent) und der Berufsunfähigkeitsversicherung (minus 14,0 Prozent) einen Rückgang verzeichnet.

364 Eingaben betrafen die seit 2013 hinzugekommene Zuständigkeit für Realkreditverträge, darunter 169 zulässige. Die durchschnittliche Verfahrensdauer sei “weiterhin erfreulich kurz”. Sie liegt zum zweiten Mal in Folge unter drei Monaten.

Beschwerdeaufkommen gegen Versicherer bleibt stabil

Quelle: Versicherungsombudsmann

Hirsch: Lebensversicherung zunehmend von europäischer und deutscher Rechtsprechung erfasst

Im Bericht erläutert Ombudsmann Hirsch anhand mehrerer Urteile, wie die Lebensversicherung “zunehmend von der europäischen und deutschen Rechtsprechung erfasst wird”. Beispielsweise habe der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Dezember 2013 entschieden, dass das sogenannte Policenmodell gegen europäisches Recht verstößt.

Bei diesem Modell kamen die Verträge bereits zustande, wenn mit Übermittlung der Police die Vertragsbedingungen und Verbraucherinformationen übersandt wurden. Ab Mai 2014 hatte sich der BGH in einer Serie von Entscheidungen mit der Thematik befasst. Schließlich wurde noch das Bundesverfassungsgericht angerufen, das eine wesentliche rechtliche Bewertung des BGH am 2. Februar 2015 für “objektiv unvertretbar” erklärte, so Hirsch.

Zunahme des Richterrechts gestaltet Arbeit der Schlichter aufwändiger

Diese Zunahme des Richterrechts, so Hirsch weiter, führe zwar dazu, dass die juristische Prüfung der Verbraucheranliegen inzwischen erheblich aufwändiger ausfalle. Zugleich habe sich aber auch die Rechtsposition der Versicherungsnehmer erheblich verbessert. Noch immer gebe es jedoch einige ungeklärte Rechtsfragen, was er als Ombudsmann zum Anlass nehme, bei den Unternehmen darauf hinzuwirken, Streitigkeiten einvernehmlich beizulegen. (lk)

Foto: Versicherungsombudsmann

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Zuschusspflicht bei Betriebsrente: Arbeitgeber kennen Vorgaben nicht

Seit dem 1. Januar 2019 gilt eine Zuschusspflicht bei Betriebsrenten. Doch nur 17 Prozent der Arbeitgeber kennen die Vorgaben. Entsprechend hoch ist der Beratungsbedarf. Insbesondere bei Klein- und Mittelständlern. Die Signal Iduna bietet nun Unternehmen Hilfe bei der Umsetzung an.

mehr ...

Immobilien

Mietpreise: Dynamik ist gestoppt

Bislang gab es bei den Mietpreisen im Bereich Wohnimmobilien oft kein Halten. Nach Erhebung jüngster Zahlen für das 4. Quartal 2018 durch das Researchinstitut Empirica ändert sich nunmehr zumindest die Tendenz. Ob daraus ein Trend wird, bleibt abzuwarten. 

mehr ...

Investmentfonds

Larry Fink: “Die Welt braucht Ihre Führungsstärke”

Larry Fink, Chairman und Chief Executive Officer von Blackrock, richtet sich auch in diesem Jahr wieder mit einem Brief an die Vorstände der Unternehmen, in die Blackrock im Auftrag seiner Kunden investiert. Seine Forderungen an die Unternehmen sowie seine Erinnerung an deren Verantwortung für Gesellschaft und Wirtschaft sind vehement. Der komplette Brief Finks an die CEOs der Gesellschaften.

mehr ...

Berater

Formaxx erweitert Vorstand

Die Formaxx AG, Eschborn, verstärkt seinen Vorstand. Mit Wirkung zum 1.. März 2019 ist Lars Breustedt neu in den Vorstand der Eschborner Finanzberatungsgesellschaft berufen worden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kapital in zehn Jahren fast verfünffacht

Die Paribus-Gruppe hat die Fondsimmobilie des SCM Capital GmbH & Co. KG Renditefonds V – Hamburg Wohnen sowie abgespaltene Grundstücksteile verkauft. Der Gesamtrückfluss an die Fondsanleger ist beachtlich.

mehr ...

Recht

Riester-Urteil: Förderung trotz Sonderurlaub?

Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil klarstellt, steht und fällt die staatliche Förderung der Riesterrente mit Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung – entweder den eigenen oder denen des Ehepartners.

mehr ...