Gothaer im Umbau-Modus

„Häufig ist nicht das Vertrauen da, den Versicherer in den Beständen agieren zu lassen“, so Gothaer-Chef Karsten Eichmann. Für sein Haus gelte dies jedoch nicht.

Die Leben-Sparte befinde sich inmitten eines „Umbauprogramms“, so der Manager weiter, das oberstes Ziel des Programms sei es, die Lebensversicherung angesichts der Niedrigzinsphase „wetterfest“ zu machen. Für Gothaer-Kunden mit klassischen Verträgen hat dies unter anderem zur Folge, dass sie im nächsten Jahr eine um 0,6 Prozentpunkte reduzierte Gutschrift erwartet. Die laufenden Verzinsung sinkt demnach von 3,1 Prozent in 2015 auf 2,5 Prozent im Folgejahr. Die Gesamtverzinsung fällt von 4,0 auf 3,4 Prozent.

Digitalisierung weiter im Fokus

Neben der Großbaustelle Lebensversicherung hat die Gothaer die Digitalisierung ihrer Strukturen und Prozesse zu einem Kernthema für 2016 erkoren. Man wolle damit dem veränderte Kundenverhalten Rechnung tragen, sagte Konzernchef Eichmann. Dabei spielt die Verschmelzung der einstigen Direktversicherungstochter Asstel auf die Gothaer, die 2016 abgeschlossen werden soll und „planmäßig“ verlaufe, eine Schlüsselrolle.

Eichmann möchte das Know-how der Asstel der gesamten Gothaer-Gruppe zugänglich machen – und das geht nur über eine starke Vernetzung und einen transparenten Datenaustausch. In der Versicherungsbranche ist das aber kein Selbstgänger. Der Kundenbestand werde vom Vertrieb oftmals wie eine „heilige Kuh“ betrachtet, so Eichmann. „Häufig ist nicht das Vertrauen da, den Versicherer in den Beständen agieren zu lassen.“

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Bei der Gothaer sei dies erfreulicherweise anders, sagte der Konzernchef, „98 Prozent der Agenturen im selbstständigen Außendienst lassen ihre Kundenbestände in unserem Multikanalansatz bearbeiten“. Wichtig sei dabei, so Eichmann weiter, dass die Gothaer nach Außen einheitlich auftrete – „egal, wie der Kunde mit der Gothaer in Kontakt kommt, sei es beim Außendienst, bei Servicecentern oder im Innendienst: Alle Stellen haben eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden.“ Dadurch sei eine optimale Informationsgrundlage gegeben, so Eichmann, um eine bedarfsgerechte Beratung in Form von „Up-Selling“-Gesprächen durchführen zu können. (lk)

Foto: Cash.

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