„Komposit muss man können!“

Im zweiten Teil des Cash.-Interviews mit Jürgen A. Junker, Vertriebsvorstand der VHV Allgemeine Versicherung, spricht Junker über die Einstellung des Maklervertriebs im Lebengeschäft und den steigenden Wettbewerbsdruck im Kompositgeschäft als Begleiterscheinung der Lebenreform.

Jürgen A. Junker, VHV: „Wir fürchten uns vor gar nichts. Im Ernst: Komposit muss man können! Genauso wie man Leben können muss. Die Bereiche unterscheiden sich fundamental in den Strukturen und Prozessen, die dahinter liegen.“

Cash.: Im Mai 2014 hieß es, dass die VHV-Gruppe von einer „soliden und positiven Geschäftsentwicklung“ in 2014 ausgehe – vorbehaltlich regulatorischer und wirtschaftlicher Unwägbarkeiten. Inwiefern hat sich diese Erwartung bei der VHV Allgemeine und der VHV Leben erfüllt?

Junker: Ja, wir konnten die Vermittler mit unseren Produkten und unserem Service offensichtlich überzeugen. Die Entwicklung unserer Vertragszahlen war äußerst positiv und lag über dem Marktdurchschnitt. Und auch die Beitragsentwicklung 2014 übertraf unsere Erwartungen. Demgegenüber war unser Schadenaufwand erfreulich niedrig, was natürlich auch der milden Witterung in 2014 geschuldet ist.

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Die VHV Leben wird sukzessive zu einem Spezialversicherer für die Baubranche umgebaut und verzichtet im Neugeschäft seit Jahresbeginn sogar auf den Maklervertrieb. Warum ziehen Sie im Lebenbereich die Nische dem Breitengeschäft vor?

Ersetzen Sie „Nische“ durch „Spezialgeschäft“, dann wird es deutlicher. Die VHV wurde als Versicherer für die Bauwirtschaft gegründet. Als sehr kleiner Anbieter hat sich die VHV Leben in den letzten Jahren erfolgreich auf Sonderlösungen für die Bauwirtschaft spezialisiert – entsprechend der Philosophie der VHV-Gruppe, dass sich Kompetenzen ergänzen. Hinzu kommt, dass wir uns aufgrund der regulatorischen Anforderungen – Stichwort Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) – die Frage stellen mussten, ob wir unseren Partnern, den Vermittlern, für ihre Arbeit noch angemessene Konditionen im Bereich Leben bieten können. Das mussten wir fairerweise mit Nein beantworten.

Seite zwei: „Know-how lässt sich nicht eben mal aufbauen“

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