Pflegepolicen: Den Markt aus den Kinderschuhen bringen

Nur knapp vier Prozent der Deutschen haben das finanzielle Pflegerisiko über eine private Pflegeversicherung vollständig oder zumindest teilweise abgesichert. Dabei liegt die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge allein schon aus mathematischen Gründen auf der Hand.

Von den Erwerbstätigen sind nur 55 Prozent sicher, die drohenden Pflegekosten aus eigener Kraft schultern zu können.

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer Versicherung sind insbesondere die heutigen Rentner überwiegend sicher, die Kosten für die eigene Pflegebedürftigkeit (70 Prozent) selbst tragen zu können.

„Interessant sind besonders die Antworten derjenigen, die für sich selbst ein höheres Risiko eigener Pflegebedürftigkeit in Zukunft sehen“, schreiben die Studienautoren.

63 Prozent meinen Kosten schultern zu können

So gehen 63 Prozent dieser Gruppe davon aus, dass sie die privaten Kosten aus eigener Kraft schultern werden. Deutlich weniger optimistisch geben sich die Befragten, die derzeit noch im Berufsleben stehen. Von den Erwerbstätigen sind nur 55 Prozent sicher, die drohenden Pflegekosten aus eigener Kraft schultern zu können (siehe Grafik).

Quelle: Gothaer, F.A.Z.-Fachverlag

Die demografische „Zeitbombe“ Pflegelücke ticke unverändert heftig weiter warnt Dr. Rainer Reitzler, Vorstandsvorsitzender der Münchener Verein Versicherungsgruppe, und verweist darauf, dass bislang nur knapp vier Prozent der Deutschen das finanzielle Pflegerisiko über eine private Pflegzusatzversicherung vollständig oder zumindest teilweise abgesichert haben.

Nach Angaben des PKV-Verbandes lag die Zahl der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen, auch bekannt als Pflege-Bahr, zum Ende des vergangenen Jahres bei 549.900 Verträgen, die Zahl der ungeförderten Pflegezusatzpolicen betrug 2,46 Millionen.

Seite zwei: Markt steckt in den Kinderschuhen

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