Pflege-Vorsorgequote erhöhen: Einfache Lösungen gefragt

Mit einer immer stärkeren Flexibilisierung von Tarifen und dem Ausbau von Zusatzleistungen versuchen die Versicherer ihre Kunden zum Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zu bewegen. Doch die Vorsorgequote dümpelt weiter vor sich hin. Die breite Masse der Kunden und auch die Vermittler sind damit nicht zu erreichen.

Gastbeitrag von Dr. Stefan M. Knoll, Vorstand DFV Deutsche Familienversicherung AG

„Viele Versicherer wollen die im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes II vorgesehene Erweiterung der Pflegestufen abwarten bevor sie neue Pflege-Produkte entwickeln.“

Im Gegenteil: Komplexe, auf jedwede individuelle Situation abgestimmte Angebote treffen den Bedarf offensichtlich nicht in ausreichendem Maß.

Die jüngsten Daten aus der vom Statistischen Bundesamt gerade veröffentlichten Pflegestatistik zeigen, dass das „Jahrhundertproblem Pflege“ seit der letzten Erhebung nichts an Brisanz für die deutsche Gesellschaft verloren hat. Im Gegenteil: Die Situation verschärft sich weiter, und die von der Regierung eingeleiteten Reformen erweisen sich immer deutlicher als Tropfen auf den heißen Stein.

Vorsorgequote von nicht einmal vier Prozent

Umso mehr sind Versicherer gefragt, einfache und transparente Vorsorgelösungen zu entwickeln, mit denen sich die Bürger vor den finanziellen Risiken der Pflege schützen und die von den Vermittlern auch leicht beraten werden können.

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Angesichts einer Vorsorgequote von nicht einmal vier Prozent ist die Versicherungswirtschaft aber weit davon entfernt, dies bislang erfolgreich geleistet zu haben. Dabei hat die Politik mit der Einführung des Pflege-Bahrs Anfang 2013 dem Markt durchaus neue Impulse gegeben.

Auch wenn die Abschlusszahlen bis heute hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben, ist die geförderte Pflegeversicherung nach wie vor ein Erfolg. Menschen mit geringerem Einkommen wird eine private Basisabsicherung auf diese Weise erst möglich gemacht. Und für viele ist sie der Einstieg zu einer darüber hinausgehenden Absicherung.

Produkte werden noch komplexer, gleichen sich aber auch immer mehr an

Seither hat sich in der Entwicklung von Pflege-Produkten allerdings eher wenig getan. Da Pflegekosten- und Pflegerentenversicherungen in der Gunst der Verbraucher stark ins Hintertreffen geraten sind, hat sich der Markt inzwischen weitgehend auf den Bereich Pflegetagegeldversicherung fokussiert.

Seite zwei: Warten auf das Pflegestärkungsgesetz II

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