6. August 2015, 11:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zurich ringt mit Kosten und Großschäden

Hohe Kosten und Großschäden haben den Versicherer Zurich belastet. Zudem gingen die Gewinne aus Kapitalanlagen zurück. Der Betriebsgewinn sank in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar (2,05 Milliarden Euro), wie der Allianz-Rivale am Donnerstag in Zürich mitteilte.

Senn Zurich in Zurich ringt mit Kosten und Großschäden

Der harte Sparkurs von Zurich-Chef Martin Senn (Foto) braucht noch Zeit um Früchte zu tragen.

Damit schnitt der Schweizer Konzern schlechter ab als Experten erwartet hatten.

Deutliche Verluste an den Börsen

An der Börse führte das Zahlenwerk zu deutlichen Verlusten. Die Aktie gab zuletzt 3,69 Prozent auf 287,10 Franken ab. Damit baute das Papier die jüngsten Verluste aus. Seit dem Zwischenhoch Ende März verlor die Aktie fast ein Viertel und ist inzwischen mit einem Abschlag von acht Prozent im laufenden Jahr einer der schwächsten europäischen Versicherungstitel. Das Ergebnis sei eine Enttäuschung, hieß es in einer Studie der Société Générale.

Nach wie vor seien die hohen Kosten ein Problem für die Zurich, schrieb der Société-Générale-Experte Nick Holmes. Der im Mai angekündigte, harte Sparkurs von Unternehmenschef Martin Senn brauche noch Zeit, um Früchte zu tragen. Er hofft darauf, dass es Zurich dieses Mal schafft, die Kosten in den Griff zu bekommen. In der Vergangenheit sei dies dem Konzern nicht gelungen. Senn will die jährlichen Kosten bis 2018 um eine Milliarde Dollar drücken.

Unabhängiger von den USA

Doch der seit 2010 amtierende Vorstandschef setzt nicht nur auf Sparen, sondern will auch den britischen Konkurrenten RSA übernehmen. Damit will er das Geschäft in Großbritannien und Skandinavien stärken und unabhängiger vom hart umkämpften Markt in den USA werden. Der Kauf von RSA wäre ein Gewinn für uns und unsere Investoren, sagte Senn. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg versucht er derzeit das Geld für die Akquisition aufzutreiben.

Die britische Zeitung “The Telegraph” berichtete, dass die Schweizer rund 5,6 Milliarden britische Pfund für RSA auf den Tisch legen wollen. Je Aktie wären das 525 Pence und damit etwas weniger als zuletzt spekuliert worden war. Wegen der seit einiger Zeit anhaltenden Gerüchte über eine Offerte für RSA zog der Marktwert des britischen Versicherers seit Anfang Juli um fast ein Drittel an.

Nach Einschätzung einiger Experten könnte die Zurich beim Kampf um das britische Unternehmen auch noch Konkurrenz durch einen anderen großen europäischen Versicherer wie zum Beispiel die Allianz bekommen. Da die Versicherungsbranche mit hohen Kosten für neue Auflagen und den anhaltend niedrigen Zinsen ringt, könnte eine RSA-Übernahme außerdem der Auslöser für weitere Transaktionen im Sektor sein.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Zurich

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...