9. Juli 2015, 10:41
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Riester-Rente: Wem nützen die Zulagen?

Für Geringverdiener wiederum kann die Riester-Rente auch einen “Pferdefuß” haben: So führt eine dauerhaft geringfügige Beschäftigung dazu, dass die gesetzliche Rente im Alter nur sehr mager ausfällt – und möglicherweise sogar unterhalb der Grundsicherung liegt.

Eine Riester-Rente wird darauf voll angerechnet, sodass betroffene Geringverdiener keinerlei Nutzen von der privaten Vorsorge hätten. “Förderlich für den Verbreitungsgrad wäre, die Anrechnung von Riester-Renten auf die Grundsicherung abzuschaffen, damit sich riestern auch für Geringverdiener lohnt”, sagt Marktanalyst Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke & Bornberg.

Geringverdiener unterrepräsentiert

Der gleichen Meinung ist Peter Schwark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim GDV: “Damit mehr Menschen mit geringem Einkommen zum Riestern animiert werden, fordert der GDV seit Jahren, dass die Einnahmen aus einer Riester-Rente nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden.”

Die deutschen Lebensversicherer, deren Interessen Schwark vertritt, sind durch eine aktuelle Studie der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in die Defensive geraten. So lautet das Fazit der Studie, dass Geringverdiener beim Riester-Sparen unterrepräsentiert sind. Demnach erhalten die oberen 20 Prozent der Einkommensskala etwa 38 Prozent der staatlichen Fördersumme. Auf die unteren 20 Prozent entfallen dagegen nur sieben Prozent des Geldes.

GDV kritisiert DIW-Studie zur Riester-Rente

GDV-Mann Schwark entgegnet, dass die Studie nicht allein die Verteilung der Zulagen analysiere, sondern auch die steuerlichen Wirkungen in der Ansparphase betrachte. Folglich müsste auch die nachgelagerte Besteuerung der Leistungen in der Rentenphase in Betracht genommen werden, so Schwark. “Das ist nicht der Fall. Die Verteilungswirkungen der Riester-Förderung nach Steuern fallen jedoch deutlich zu Gunsten der sozialpolitischen Zielgruppen aus.” Dieser Effekt bleibe in der Studie “leider unberücksichtigt”, sagt der Versicherungsexperte.

Zudem sei die Riester-Förderung “bewusst für alle Einkommensgruppen konzipiert”, betont Schwark, denn das fallende Rentenniveau treffe “das Gros der Bevölkerung”. Dass die Riester-Rente dabei sowohl für Geringverdiener als auch für finanziell besser Gestellte Vorteile habe, davon ist der GDV-Vertreter überzeugt: “Die Zulagen erreichen in ihrer Gesamtwirkung überwiegend Menschen mit geringem und mittleren Einkommen und Familien, die Steuerersparnis wirkt positiv bei Besserverdienern.” (lk)

Foto: Shutterstock

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