Anzeige
25. März 2015, 15:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Schutz ohne Risikoprüfung nicht darstellbar”

Michael Schillinger, Vertriebsvorstand der Inter Versicherungsgruppe, spricht im Cash.-Interview über den Markt für Zusatztarife in Deutschland und erklärt, warum er dem Verzicht auf Gesundheitsfragen, anders als viele Makler, kritisch gegenübersteht.

Zusatzversicherungen: Schutz ohne Risikoprüfung nicht darstellbar

Michael Schillinger: “Wir teilen die Auffassung der Makler und ihre Präferenz für Einzelversicherungen seit Jahren.”

Cash.: Im Geschäftsjahr 2013 ging die Anzahl der bei der Inter krankenzusatzversicherten Personen leicht um 0,6 Prozent auf 221.304 zurück. Wie beurteilen Sie die Geschäftsentwicklung in 2014 und die weitere Entwicklung im laufenden Jahr?

Schillinger: Lassen Sie mich zunächst einmal sagen, dass wir uns bei der Inter über ein erfolgreiches Jahr 2014 freuen. Unser Inter QualiMed Z überzeugt die Kunden. Im letzten Jahr konnten wir die Monatsbeiträge sogar um 80 Prozent steigern. Das ist unglaublich, und es bestätigt einen Trend in der Versicherungsbranche: Immer mehr Menschen entscheiden sich heute für eine Zusatzversicherung.

Vor allem die Zahntarife sind begehrt. Jeder weiß, dass Zahnersatz teuer ist und die gesetzliche Krankenversicherung nur einen Bruchteil der Kosten übernimmt. Deshalb sichern sich mittlerweile fast 14 Millionen Deutsche über eine Zahnzusatzversicherung ab; hier sehen wir weiter großes Potenzial.

Dem “Makler-Absatzbarometer” des Marktforschungsunternehmens YouGov zufolge ist vielen Maklern bei der Produktempfehlung wichtig, dass die Zusatztarife eine volle Kostenübernahme gewähren und bei Vertragsabschluss auf Gesundheitsfragen verzichten. Wie gehen Sie mit diesen Forderungen um?

Nun, wir müssen hier differenzieren. Mit dem Inter QualiMed Z Basis bieten wir unseren Kunden eine Grundabsicherung in den Bereichen ambulant, stationär und Zahn an – und zwar ohne Risikoprüfung. Einen darüber hinausgehenden Schutz ohne Risikoprüfung anzubieten, halte ich allerdings für nicht darstellbar.

Warum ist das so?

Nehmen wir einmal an: Ein Versicherer verzichtet auf jegliche Gesundheitsfragen und verspricht dennoch eine umfängliche Kostenübernahme. Wie soll das bei einem Qualitäts-Versicherungsschutz auf höchstem Niveau, der Leistungen für beispielsweise teure Zahnimplantate beinhaltet, realistisch kalkulierbar sein?

Diese Leistungen müssten nach dem Äquivalenzprinzip in den Beitrag einfließen und würden diesen in unbezahlbare Höhen treiben. Verlassen wir dieses rein theoretische Gedankenspiel und stellen schlicht und ergreifend fest: Mit “Versicherung” hätte dies nichts mehr zu tun.

Bei der Frage Pakettarif versus Einzelversicherung ergab die Studie zudem, dass die Präferenz der Makler klar in Richtung Einzelversicherung geht. Inwieweit haben Sie dies bei Ihren Produkten berücksichtigt?

Das Ergebnis der Studie hat uns nicht überrascht. Im Gegenteil: Wir teilen die Auffassung der Makler und ihre Präferenz für Einzelversicherungen seit Jahren. Unsere Inter QualiMed-Produkte überzeugen deshalb durch das
flexible Dreistufenmodell, in dem der Kunde seinen persönlichen Bedarf absichern und bei bestimmten Konstellationen seine Vollversicherung sogar ohne Gesundheitsprüfung aufwerten kann.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Inter

Im zweiten Teil des Interviews sagt Michael Schillinger, welche Differenzierungspotenziale der Markt für Zusatzversicherungen noch bietet und ob die zunehmende Digitaliserung Fluch oder Segen für die Branche ist.

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Die Inter ist ja zum Glück nicht der einzige Anbieter für Zahnzusatz ohne Gesundheitsfragen, aber ich denke das sich die Angebote für beide Seiten lohnen. Der Kunde bekommt ja ohnehin nur einen Teil erstattet und bleibt nach einer Leistung sicher beim Anbieter

    Kommentar von Jan Lanc — 26. März 2015 @ 19:47

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kfz-Ersatzteile: GDV sieht “monopolartige” Strukuren

Bemerkenswerte Preisentwicklung bei Kfz-Ersatzteilen: So sind etwa Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um vier Prozent, Scheinwerfer sogar um sieben Prozent. Das geht aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank Audatex hervor.

mehr ...

Immobilien

Energieeffizientes Bauen zahlt sich nicht immer aus

Energieeffizientes Bauen entlastet den Geldbeutel privater Bauherren – was Politik und Hersteller häufig versprechen, trifft in der Praxis nicht immer zu. Die Verbraucherschutzorganisation nennt Tipps, damit sich Energiemaßnahmen wirklich lohnen.

mehr ...

Investmentfonds

So behalten Sie den Überblick über ihr Depot

Chaos im Depot, einseitige Anlagestrategie oder noch gar kein Depot? Wer sein Depot aufräumen oder neu aufbauen will, muss wissen wie. Dafür hat Stiftung Warentest eine Anleitung in vier Schritten erstellt und eine Übersicht über 18.000 Fonds und ETFs.

mehr ...

Berater

Keine Angst trotz Provisionsdeckel

Das nennt man wohl ein Remis: 47,2 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) gehen davon aus, dass die Auswirkungen eines Provisionsdeckels sie kaum treffen würde. Dagegen erwarten 30,3 Prozent spürbare Auswirkungen, für 22,5 Prozent wäre es hart oder sehr hart. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Verbands.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Mietrecht: Was da ist, muss bleiben

Sind bei der Besichtigung einer Mietwohnung noch Gegenstände oder Einbauten des bereits ausgezogenen Vormieters vorhanden, kann der neue Mieter verlangen, dass diese auch bleiben. Macht der Vermieter den Mieter nicht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass ein Gegenstand nicht zur Wohnungsausstattung gehört, schließt ihn der Mietvertrag automatisch mit ein. So entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Amtsgericht Nürnberg hinsichtlich einer vom Vormieter zurückgelassenen Markise.

mehr ...