Axa legt milliardenschweres Sparprogramm auf

Der künftige Axa-Chef Dr. Thomas Buberl verordnet dem französischen Versicherer auf dem Weg in die Digitalisierung ein milliardenschweres Sparprogramm.

Axa
Axa will angreifen: Pro Jahr will der Konzern rund eine Milliarde Euro für Übernahmen ausgeben.

Bis zum Jahr 2020 sollen die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Euro vor Steuern sinken, teilte der Allianz-Rivale am Dienstag zu Beginn seines Investorentages in Paris mit. Dabei soll auch eine ungenannte Zahl von Arbeitsplätzen wegfallen. Zugleich will Axa mehr Geld in digitale Angebote und den Kauf anderer Unternehmen stecken: Pro Jahr soll allein rund eine Milliarde Euro in Übernahmen fließen.

An der Börse wurden die Nachrichten nach anfänglichen Kursverlusten positiv aufgenommen. Am späten Vormittag lag die Axa-Aktie mit 0,51 Prozent im Plus bei 20,615 Euro und gehörte damit zu den stärkeren Werten im französischen Index Cac 40.

Analyst: Neues Gewinnziel „ambitioniert“

Analyst Andreas Schäfer vom Bankhaus Lampe wertete das neue Gewinnziel des Konzerns angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase als ambitioniert. Allerdings habe Axa beim Erreichen seiner eigenen Sparziele bisher gut abgeschnitten.

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Der angehende Konzernchef Buberl peilt nun für die Jahre 2016 bis 2020 eine um Sondereffekte bereinigte Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll pro Jahr um 3 bis 7 Prozent zulegen. Der vorige Axa-Deutschland-Chef Buberl war im März zum Nachfolger von Henri de Castries an der Konzernspitze berufen worden und soll die Führung im September übernehmen.

Asien im Fokus

Derweil schaut sich der Konzern nach interessanten Übernahmezielen in aller Welt um. Das geplante Volumen von einer Milliarde Euro, das der 43-jährige Buberl bis 2020 pro Jahr für Zukäufe ausgeben will, soll im gleichen Maß in entwickelte Märkte und Wachstumsmärkte fließen. Dabei hat Axa offenbar auch Asien im Auge. Dort soll der um Sonderposten bereinigte Gewinn Ende des Jahrzehnts rund 900 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr lag er erst bei 551 Millionen Euro.

Hoffnungsträger „Big Data“

Der Umbau des Versicherungsgeschäfts könnte bei Axa zu merklichen Stellenstreichungen führen. Insgesamt werde es einen geringeren Bedarf an Arbeitskräften geben, hieß es. Von dem Abbau seien voraussichtlich etwa der Vertrieb, das Vertragsgeschäft, die Schadenabwicklung, zentrale Bürofunktionen und die IT-Abteilung betroffen. Mehr Jobs erwartet das Management im Marketing und bei der Auswertung großer Datenbestände („Big Data“). „Bei 50 Prozent unserer Jobs werden sich die Anforderungen stark verändern“, heißt es in der Präsentation des Managements. (dpa-AFX)

Foto: Axa

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