21. Juni 2016, 09:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Axa legt milliardenschweres Sparprogramm auf

Der künftige Axa-Chef Dr. Thomas Buberl verordnet dem französischen Versicherer auf dem Weg in die Digitalisierung ein milliardenschweres Sparprogramm.

Axa legt milliardenschweres Sparprogramm auf

Axa will angreifen: Pro Jahr will der Konzern rund eine Milliarde Euro für Übernahmen ausgeben.

Bis zum Jahr 2020 sollen die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Euro vor Steuern sinken, teilte der Allianz-Rivale am Dienstag zu Beginn seines Investorentages in Paris mit. Dabei soll auch eine ungenannte Zahl von Arbeitsplätzen wegfallen. Zugleich will Axa mehr Geld in digitale Angebote und den Kauf anderer Unternehmen stecken: Pro Jahr soll allein rund eine Milliarde Euro in Übernahmen fließen.

An der Börse wurden die Nachrichten nach anfänglichen Kursverlusten positiv aufgenommen. Am späten Vormittag lag die Axa-Aktie mit 0,51 Prozent im Plus bei 20,615 Euro und gehörte damit zu den stärkeren Werten im französischen Index Cac 40.

Analyst: Neues Gewinnziel “ambitioniert”

Analyst Andreas Schäfer vom Bankhaus Lampe wertete das neue Gewinnziel des Konzerns angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase als ambitioniert. Allerdings habe Axa beim Erreichen seiner eigenen Sparziele bisher gut abgeschnitten.

Der angehende Konzernchef Buberl peilt nun für die Jahre 2016 bis 2020 eine um Sondereffekte bereinigte Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll pro Jahr um 3 bis 7 Prozent zulegen. Der vorige Axa-Deutschland-Chef Buberl war im März zum Nachfolger von Henri de Castries an der Konzernspitze berufen worden und soll die Führung im September übernehmen.

Asien im Fokus

Derweil schaut sich der Konzern nach interessanten Übernahmezielen in aller Welt um. Das geplante Volumen von einer Milliarde Euro, das der 43-jährige Buberl bis 2020 pro Jahr für Zukäufe ausgeben will, soll im gleichen Maß in entwickelte Märkte und Wachstumsmärkte fließen. Dabei hat Axa offenbar auch Asien im Auge. Dort soll der um Sonderposten bereinigte Gewinn Ende des Jahrzehnts rund 900 Millionen Euro erreichen. Im vergangenen Jahr lag er erst bei 551 Millionen Euro.

Hoffnungsträger “Big Data”

Der Umbau des Versicherungsgeschäfts könnte bei Axa zu merklichen Stellenstreichungen führen. Insgesamt werde es einen geringeren Bedarf an Arbeitskräften geben, hieß es. Von dem Abbau seien voraussichtlich etwa der Vertrieb, das Vertragsgeschäft, die Schadenabwicklung, zentrale Bürofunktionen und die IT-Abteilung betroffen. Mehr Jobs erwartet das Management im Marketing und bei der Auswertung großer Datenbestände (“Big Data”). “Bei 50 Prozent unserer Jobs werden sich die Anforderungen stark verändern”, heißt es in der Präsentation des Managements. (dpa-AFX)

Foto: Axa

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Munich Re will Gewinn 2019 und 2020 weiter steigern

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re will nach der Rückkehr zu einem Milliardengewinn im laufenden Jahr noch etwas höher hinaus. Das kündigte der Dax-Konzern am Dienstag überraschend kurz nach Börsenschluss in München an.

mehr ...

Immobilien

MLP baut Immobiliengeschäft aus

Die MLP Gruppe erwirbt 75,1 Prozent an der Deutschland Immobilien Gruppe. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von MLP im unteren zweistelligen Millionenbereich und setzt sich zusammen aus einem Initialkaufpreis und einer erfolgsabhängigen Kaufpreiskomponente, die an die Geschäftsentwicklung von 2019 bis 2021 gekoppelt ist. 

mehr ...

Investmentfonds

Keine Angst vor “Fallen Angels”

Zwar ist die Anzahl der mit BBB bewerteten Unternehmensanleihen inzwischen auf über 50 Prozent des gesamten Investment Grade-Marktes gestiegen, doch ob es im breiteren Anleihemarkt zu einem erhöhten Volumen an “Fallen Angels”-Unternehmen kommen wird ist eher fraglich. Eher sorgen sollten sich Anleger um die Schulden Italiens. Ein Kommentar von Debbie King, Kames Capital

mehr ...

Berater

Widerrufs-Joker: Gericht weist Musterklage ab

Die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern gegen ein Unternehmen scheitert vor Gericht an einer formalen Hürde. In Deutschland gibt es die Musterklage erst seit vergangenem November.

mehr ...

Sachwertanlagen

Emissionshaus UDI geht in die Offensive

In einem außergewöhnlich langen, selbst verbreiteten Interview verteidigt der neue Chef des Emissionshauses UDI aus Nürnberg unter anderem die „Quersubventionierung“ von Geschäftsbereichen und kündigt ehrgeizige Ziele an.

mehr ...

Recht

Straßenverkehr: Was tun bei falschen Anschuldigungen?

Strafen vom Bußgeld bis zum Führerscheinentzug muss nur fürchten, wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält – so zumindest in der Theorie. Trotzdem kommt es in der Praxis immer wieder zu potenziell teuren Falschanschuldigungen.

mehr ...