23. August 2016, 08:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Banking-Fintechs: Zwischen Disruption und Anpassung

Wie sehr sich die Bankenwelt wandelt, zeigen die aktuellen Meldungen. Während die Deutsche Bank ihren Gewinn atomisiert (ein Minus von 98 Prozent) meldet das Fintech Wirecard zum gleichen Zeitpunkt 30 Prozent Zuwachs bei Umsatz und Ertrag. Die Haff-Kolumne

Banking-Fintechs: Zwischen Disruption und Anpassung

“Trotz allem bleibt die Gefahr, dass die Innovation zwischen Regulierung und Kundengewohnheiten auf der Strecke bleibt.”

Die “neue Welt” jubiliert, die “alte Welt” muss einstecken? Auf den ersten Blick. Zwar befindet sich die Finanzwelt im Wandel, es gewinnt dabei aber nicht immer das Neue, das “Disruptive”.

Während vielen neuen Unternehmen noch alle Richtungen offen stehen, hat der Fintech-Pionier Fidor-Bank eine klare Entscheidung getroffen. Das von einer französischen Großbank ausgesprochene Kaufangebot wurde angenommen. Es soll neuen Handlungsspielraum bieten. Was das bedeutet, wird die Zukunft mit dem neuen Eigentümer aus der “alten Welt” zeigen.

Kleinigkeiten deuten auf Veränderungen hin

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die auf die Veränderungen hindeuten. Dass number26 nun N26 heißt, ist so eine Kleinigkeit. Vor kurzem war das Unternehmen noch ein Start-Up, das mit seinem Handy-App-Girokonto Furore machte. Im Hintergrund vollzieht sich jetzt der Wandel zur Vollbank: das Angebot wird erweitert. Geldanlage per Robo-Advisor, Kredite, Versicherungen, eigene Vollbanklizenz – Pressemeldungen und Homepage zeigen den Weg in die Zukunft.

Die Entwicklung von N26 zeigt wie schnell Disruption ein Ende finden kann. Der Wunsch der Kunden nach Bargeld zwang zur Anpassung des Kontoangebots. Die Kosten der “alten” Bezahlform hatten zugeschlagen und zwangen das junge Unternehmen zu Kontokündigungen und einer neuen Fair-Use-Regelung. Das ist nicht ungewöhnlich.

Potenzial für weitere Veränderungen besteht

Viele Fintechs spezialisieren sich auf Teilbereiche der Wertschöpfung. Sie sind darauf angewiesen, möglichst schnell viele Kunden zu gewinnen. Mit der Massenansprache stossen die neuen Angebote schnell auf Kunden mit “alten” Gewohnheiten. Das bedeutet hohe Kosten statt elektronischer Effizienz. Paypal hat gezeigt, wie schnell und stark ein innovativer Ansatz den Markt verändern kann. Die elektronische Geldbörse ist zu einer ernstzunehmenden Kontokonkurrenz geworden. Sie hat die etablierten Banken zum Handeln gezwungen.

Potenzial für weitere Veränderungen besteht. Geldanlage per Robo-Advisor, Kreditvergabe unter Privatpersonen als P2P-Lending oder Finanzierungen durch die Crowd. All das könnte den Markt verändern. Trotz allem bleibt die Gefahr, dass die Innovation zwischen Regulierung und Kundengewohnheiten auf der Strecke bleibt.

Tobias Haff ist COO des B2B-Insurtech-Unternehmens massUp. Davor hat er Procheck24, den B2B-Bereich des Vergleichsportals Check24, aufgebaut. Bereits seit 1997 entwickelt er Internetprojekte mit dem Fokus auf Finanzdienstleistungen. Er hat den Markt für unabhängige Ratenkreditvermittlung in Deutschland maßgeblich mitgeprägt, Produktinnovationen zur Einkommensabsicherung und Online-Vertriebstools für Finanzvermittler erfolgreich am Markt eingeführt.

Foto: Tobias Haff

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Quo vadis, Digitalisierung? Neue Wege für die Assekuranz

Die digitale Transformation gewinnt an Fahrt. Und sie erzwingt Veränderungen. Die Versicherungsbranche geht 2020 mit rasantem Schritt in Richtung Serviced Cloud, Künstliche Intelligenz und Kundenzentrierung. Ein Kommentar von René Schoenauer, Director Product Marketing EMEA bei Guidewire Software.

mehr ...

Immobilien

Neues Maklerrecht macht Immobilienkauf günstiger

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen künftig beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die Provision für Immobilienmakler in ganz Deutschland zwischen Verkäufern und Käufern in der Regel hälftig geteilt werden. Engel & Völkers begrüßt den Gesetzentwurf, der am 27. Januar 2020 Gegenstand einer Sachverständigenanhörung des Rechtsausschusses im Deutschen Bundestag ist.

mehr ...

Investmentfonds

Kupfer und Kobalt mit Chancen

Experten gehen von einer anziehenden Kobalt-Nachfrage in 2020 aus. Beim Kupfer wird für Ende 2020 mit einer das Angebot übersteigenden Nachfrage gerechnet.

mehr ...

Berater

Netfonds Gruppe knackt eine Milliarde Euro in der Vermögensverwaltung

Die NFS Hamburger Vermögen GmbH, der Vermögensverwalter der Netfonds-Gruppe, konnte das Volumen in der Vermögensverwaltung erstmalig auf mehr als eine Milliarde Euro steigern. Einhergehend hierzu wachsen Strategie-, Kunden- wie Berateranzahl erneut deutlich.

mehr ...

Sachwertanlagen

KPMG: 2019 Rekordjahr für Risikokapital in Deutschland und Europa

Die Summe der Risikokapitalinvestitionen hat in Deutschland und in Europa vergangenes Jahr neue Rekordhöhen erreicht. Dies ist umso bemerkenswerter, als der weltweite Trend 2019 rückläufig war. Die Zahl der „Einhörner“ steigt auf 110.

mehr ...

Recht

Happy Birthday, Bierdose

Die Bierdose wird 85. Die erste Blechbüchse  kam am 24. Januar 1935 in den Handel. Daher wird jedes Jahr an diesem Tag der „Ehrentag der Bierdose“ gefeiert. Was wohl passiert wäre, hätte man Bierfreunden damals erzählt, sie müssten eines Tages Dosenpfand bezahlen? Durch die Verpackungsverordnung (VerpackV) von 1991 hat sich  für Verbraucher einiges im Umgang mit Bierdosen geändert. Arag-Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer beantwortet die wichtigsten Fragen zu Getränkeverpackungen.

mehr ...