14. September 2016, 16:17
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Berufsunfähigkeit: Der Versicherte ist in der Beweislast!

Der Versicherte ist dabei auf alle Möglichkeiten und Eventualitäten eines Ausgangs des Berufsunfähigkeits- beziehungsweise Leistungsantrags-Verfahrens hinzuweisen. Dabei muss auch in diesem “frühen” Stadium des BU-Verfahrens ein etwaiges gerichtliches Verfahren erörtert sowie insbesondere auf die entsprechende Beweislast hingewiesen werden. Auch etwaige Kostenrisiken eines außergerichtlichen sowie gerichtlichen Verfahrens sind dem Versicherten transparent darzulegen und nachvollziehbar aufzuzeigen.

Anerkennung der Berufsunfähigkeit nach sechs Tagen

In dem vorliegenden Fall wurde der Leistungsantrag bereits nach sechs Tagen durch den Versicherer vollumfänglich bewilligt. Dementsprechend musste auch kein förmliches außergerichtliches Verfahren gegen den Versicherer geführt werden, denn dieser hatte alle vertraglichen Ansprüche des Versicherten unbefristet anerkannt. Der Versicherer kehrte dabei auch rückwirkend alle vertragsgemäßen Leistungen an den Versicherten aus. Dazu gehörten nicht nur die Berufsunfähigkeitsrenten, sondern auch die in der Vergangenheit zu viel gezahlten Beiträge, die für den Zeitraum der Berufsunfähigkeit zurückerstattet und für die Zukunft gestundet wurden.

Berufsunfähigkeits-Verfahren beginnt bereits mit dem Leistungsantrag

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das sogenannte Berufsunfähigkeits-Verfahren bereits mit dem Leistungsantrag beginnt. Aus diesem Grund sollte frühestmöglich kompetente und qualifizierte Unterstützung in Anspruch genommen werden. Dieses ist auch für ein weiteres BU-Verfahren nach einer möglichen Ablehnung des Leistungsantrags durch den Versicherer sehr wichtig, da mit diesem Leistungsantrag bereits die Weichen für ein weiteres Verfahren gegen den Versicherer gestellt werden.

Der Autor Björn Thorben M. Jöhnke ist Rechtsanwalt und Partner in der Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB.

Foto: Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

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3 Kommentare

  1. Habe an dem Artikel wenig zu kritisieren – wieso auch, steht ja nichts sonderlich neues oder wirklich weltbewegendes drin – aber zum letzten Absatz muss ich doch etwas los werden: Das sog. Berufsunfähigkeitsverfahren beginnt weit (evtl. viele Jahre) VOR dem Leistungsantrag: Nämlich mit der Beantragung einer BU Versicherung!
    – Sorgfältigste Analyse der Vertragsbedingungen,
    – saubere Tätigkeitsbeschreibung und
    – lupenreines Aufarbeiten der Gesundheitshistorie
    VOR der Beantragung einer BU Versicherung!
    Was hier bei unprofessioneller Vorgehensweise evtl. schon an Tretminen im Garten vergraben wird, kann selbst ein guter Anwalt im Ernstfalle kaum noch entschärfen.
    Wenn diese Spielregeln seinerzeit beachtet wurden, wird der Leistungsfall in der Masse aller Fälle Ohne große Komplikationen und auch ohne anwaltliche Unterstützung über die Bühne gehen -(nenne hier mal exemplarisch meine Altenpflegerin mit doppeltem Bandscheibenvorfall).
    In schwierigeren Fällen (Selbstständige Unternehmensberaterin mit frischer Diagnose MS) ist oft weniger der juristische Sachverstand gefragt (wenn die Basics stimmen s.o.), als vielmehr medizinische Fachkenntnisse und Erfahrung im Umgang mit den Leistungsabwicklern. Hier habe ich in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit Versicherungsberatern sammeln können – die sich eben auf solche Leistungsfälle spezialisiert haben.
    Sicher wird man darüber hinaus als Versicherungsmakler für hartnäckig zahlungs-unfreudige Gesellschaften auch den versierten Fachanwalt benötigen – nur ist das in den meisten Fällen nicht der Anwalt, an den sich der Kunde zuerst gewendet hat und dann wird es meist ein wenig schwierig in der Kommunikation….

    Kommentar von Peter Wolnitza — 18. September 2016 @ 14:28

  2. Die Kompetenz des Fachmaklers in Ehren, aber in Leistungsfragen der BU sind erfahrene Anwälte unverzichtbar!

    Kommentar von RA Heinz Mueller — 15. September 2016 @ 19:45

  3. Guter Artikel, der mal wieder belegt, dass praktische Erfahrung der beste Ratgeber ist, nicht aber ein Rating. Auch sollte man dem Versicherer nie die Steuerung die Hand geben, wenn es um den Vorgang als solches geht. Auch mir war es bisher möglich jeden Fall, auch ohne anwaltliche Hilfe, Zur Rentenzahlung bringen zu können. Wie? Das können Sie hier lesen.

    Kommentar von Frank Dietrich — 15. September 2016 @ 07:52

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