2. August 2016, 15:30
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“Unschärfe des BU-Falls lässt sich nie ganz beseitigen”

Unschärfe des BU-Falls lässt sich nie ganz beseitigen

Vanessa Reetz, Hartwig Haas, Gordon Hermanni (von links): “Wer als Versicherer einen gesunden Bestand erhalten möchte, muss eine ordentliche Risikoprüfung durchführen.”

Angesichts einer zunehmenden Berufsgruppendifferenzierung im BU-Markt häufen sich die Forderungen unter Maklern “Unijob-Tarife” einzuführen, die nach dem Prinzip “Gleiche Prämien für alle Berufe” funktionieren. Zudem wird der Ruf nach einer vereinfachten Gesundheitsprüfung lauter. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Alt: Sollte ein Lebensversicherer einen BU-Tarif mit gleichen Prämien für alle Berufe einführen, würde dies dazu führen, dass sich überwiegend körperlich tätige Kunden mit hohem BU-Risiko bei diesem Versicherer zu relativ günstigen Beiträgen versichern könnten. Der dringend erforderliche Ausgleich mit Versicherten, die ein niedriges Risiko darstellen, würde hier aber nicht zum Tragen kommen, da sich diese Kunden weiterhin mit Berufsgruppen-Tarifen günstig versichern würden. Auch das Thema “BU ohne beziehungsweise mit deutlich vereinfachter Gesundheitsprüfung” ist in der Praxis ein heißes Eisen und wird von erfahrenen BU-Versicherern gemieden, da diese Modelle eine Verschlechterung des Schadenverlaufs nach sich ziehen würden und damit das Kollektiv als Ganzes schädigen würden.

Haas: Dem kann ich zustimmen. Wenn ein Versicherer mit eingeschränkten Gesundheitsfragen arbeitet, gibt es bekanntlich zwei Grundströme: Entweder kommt man tatsächlich mit den Fragen aus, die im Bogen stehen. Die andere Möglichkeit ist, wenige Fragen zu stellen, in denen aber eigentlich die bisherigen 20 plus X Fragen bereits enthalten sind. Und wenn im letzteren Fall bei einer von meinetwegen fünf Fragen “Ja” angekreuzt ist, geht die ganze Litanei ja von vorn los. Im Klartext: Da werden Seifenblasen erzeugt und davon halte ich gar nichts. Wer als Versicherer einen gesunden Bestand erhalten möchte, muss eine ordentliche Risikoprüfung durchführen. Punkt. Und so sehr mein Herz für den Vertrieb schlägt, gilt für mich: Habe den Mut als Versicherer, auch im Sinne des Maklers, zu einer sorgfältigen Risikoprüfung.

Interview: Lorenz Klein

Fotos: Florian Sonntag

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