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1. März 2016, 09:09
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“Vergleichsportal verschweigt BU-Tarifbeitrag”

Cash.Online sprach mit dem Versicherungsmakler und BU-Experten Gerd Kemnitz über die BU-Produktgestaltung der Versicherer, die Rolle der Makler bei der Produktentwicklung und Brutto- versus Nettoprämien. 

BU-Versicherer

Versicherungsmakler Gerd Kemnitz: “Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, wenn das vielleicht bekannteste Vergleichsportal in seinen Ergebnistabellen nur den nicht garantierten Zahlbeitrag anzeigt – den Tarifbeitrag aber verschweigt.”

Cash.Online: Bereits Ende 2013 haben Sie in einem Blogbeitrag die BU kritisiert und konkrete Verbesserungsvorschläge für einen gerechteren BU-Schutz gefordert. Was genau missfällt Ihnen? 

Kemnitz: Am meisten missfällt mir die ausufernde Berufsgruppendifferenzierung. Durch diese wurde der BU-Schutz für bestimmte Zielgruppen zwar preiswerter, für viele körperlich oder handwerklich Tätige aber unbezahlbar.

So soll beispielsweise ein 25-jähriger Maschinenbauingenieur für 1.500 Euro BU-Rente bis zum 65. Lebensjahr monatlich 43 Euro bezahlen – ein 25-jähriger Straßenbaufacharbeiter für den gleichen BU-Schutz beim gleichen Versicherer dagegen 243 Euro. Das empfinde ich als sozial ungerecht, denn unsere Gesellschaft braucht auch Menschen, die sogenannte Risikoberufe ausüben.

Natürlich ist es auch ärgerlich, dass viele Anträge wegen Vorerkrankungen nur mit Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen angenommen oder gar abgelehnt werden. Aber ohne eine solche medizinische Risikoprüfung würde wahrscheinlich jeder den Abschluss der BU-Versicherung aufschieben, bis gesundheitliche Beschwerden an dessen Notwendigkeit “erinnern”.

Allerdings sollte man bei Jugendlichen eine Ausnahme machen. Ohne Unterstützung eines gesetzlichen Vertreters können diese eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres abschließen. Deshalb fände ich es gerechter, wenn jeder Jugendliche nach Vollendung des 18. Lebensjahres innerhalb von beispielsweise 12 Monaten einen Antrag mit stark vereinfachten Gesundheitsfragen stellen könnte. Warum sollte die stark vereinfachte Gesundheitsprüfung nur im Rahmen einer betrieblichen BU-Versicherung oder im Rahmen von Sonderaktionen möglich sein?

Seite zwei: “Nicht jedes Jahr weitere Highlights erfinden”

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2 Kommentare

  1. Wenn ein Makler ein Vergleichsportal kritisiert, sollte er schon den Mut aufbringen, das Vergleichsportal beim Namen zu nennen. Es wäre auch interessant zu wissen, ob Herr Kemnitz mit dem Vergleichsportal diesbezüglich bereits kommuniziert hat und mit welchem Ergebnis.

    Kommentar von R. André Klotz — 2. März 2016 @ 08:18

  2. Vieles richtig, aber: 1. Sind Versicherer nun einmal keine Wohlfahrtsverbände, sondern wollen/müssen in erster Linie eins, nämlich Gewinne erwirtschaften; 2. Warum hat der heute 25 jährige Strassenbaufacharbeiter seine SBU nicht bereits in der Ausbildung, spätestens mit 18 abgeschlossen ? Das “nicht bezahlbar” ist in den allermeisten Fällen lediglich ein Mythos. 3. Auch ich kritisiere die Vergleichsportale, die dem “mündigen” Bürger glauben machen, er könne selbst den Markt durchforsten und das für ihn geeignetste Produkt erhaschen. Es gibt noch viel zu tun !

    Kommentar von Nils Fischer — 2. März 2016 @ 08:08

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