27. Oktober 2016, 14:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die Branche wieder sexy machen”

Die Digitalisierung war eines der beherrschenden Themen auf der diesjährigen DKM, so auch in einer Diskussionsrunde im “Speaker’s Corner”. 

IMG 0671 in Die Branche wieder sexy machen

Bei der Diskussion zwischen Insurtech und klassischen Versicherern traten noch einige Differenzen zutage.

Über die Frage, ob der digitale Wettlauf um die Kunden schon entschieden ist, diskutierten Dr. Sebastian Grabmaier (Vorstandsvorsitzender Jung, DMS & Cie.), Andreas Vollmer (Geschäftsführer Hasenclever + Partner), Dr. Tobias Warweg (Vorstandsmitglied HDI Vertriebs AG) und Dennis Just (CEO des digitalen Versicherungsbrokers Knip AG aus der Schweiz).

Just, dessen Insurtech nach seinen Angaben über 110 Mitarbeiter verfügt, darunter mittlerweile auch 20 Berater, setzt insbesondere auf junge Kunden. Er erwartet, dass die Versicherungsprodukte im Zuge der Digitalisierung weiter standardisiert werden, einfach und “besser verkaufbar” sowie noch stärker auf die Kundenwünsche angepasst. Er wies darauf hin, dass ein digitaler Beratungsprozess nicht bedeute, dass auf Seiten des Insurtechs keine Menschen mehr involviert seien. So könnten die Kunden unter anderem mit Mitarbeitern des Unternehmens telefonieren, mailen oder chatten.

Anders als Just vertrat Warweg die Auffassung, es sei nicht richtig, nur das zu machen, was der Kunde will. Wichtig sei vielmehr, den Kunden auf seinen Bedarf aufmerksam zu machen. Bei den Insurtechs komme insbesondere die Risikoanalyse viel zu kurz, zum Beispiel beim Thema BU.

Auch Vollmer hat Zweifel, ob beispielsweise der Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung zur privaten Krankenvollversicherung “ohne menschliche Ansprache” klappen kann. Er sei skeptisch, ob es gelingen könne, mit Kunden in diesem Segment nur über einen digitalen Beratungsprozess ins Geschäft zu kommen.

Annäherung zwischen analoger und digitaler Welt

Grabmaier wies allerdings auch darauf hin, dass sich die analoge und die digitale Welt immer weiter annähern. Digitale Start-ups hätten mittlerweile eigene Berater, während viele klassische Makler jetzt auch digital unterwegs seien und unter anderem Apps einsetzen würden. Er betonte, dass die Versicherungsbranche immer noch Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung habe, andere Branchen seien schon viel weiter. “Wir müssen die Branche wieder sexy machen”, forderte er.

Im Ergebnis waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Makler, die die “volle Klaviatur der Digitalisierung beherrschen” (Warweg), sind die Gewinner der Zukunft. (kb)

 

 

 

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kompositversicherung: Neue Konkurrenz durch digitale “Ökosysteme”

Digitale ‘Ökosysteme‘ der großen Technologie- und Internetkonzerne werden das Komposit-Privatkundengeschäft in Deutschland in den nächsten Jahren entscheidend prägen und bald einen Großteil der Gewinne beanspruchen. Der Wettbewerb wird sich dadurch deutlich verschärfen.

mehr ...

Immobilien

Baugenehmigungen: Verfehlte Wohnungspolitik lässt Zahlen sinken

Einmal mehr sind nach Erhebung des Statistischen Bundesamts die Zahlen für Baugenehmigungen in Deutschland erneut gesunken. Eine dramatische Entwicklung meint der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.

mehr ...

Investmentfonds

Verschärfter Handelskonflikt wird globale Wachstumserholung verzögern, aber nicht verhindern

Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China führt zu einer länger anhaltenden Handelsunsicherheit und wird das Vertrauen der Unternehmen und die Investitionen belasten. Beide Staaten dürften aber weiter an einem Abkommen interessiert sein, die von NN IP erwartete globale Erholung könnte sich jedoch etwas verzögern.  Ein Gastbeitrag von NN Investment Partners.

mehr ...

Berater

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...