12. Mai 2016, 08:45
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“Wir brauchen eine Flexibilisierung des Renteneintritts”

Welche Auswirkungen könnte eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung auf die kapitalgedeckte Vorsorge haben? Droht das Kapitaldeckungsverfahren “unsexy” zu werden?

Nobis : Die vornehmste Aufgabe der Politik sehe ich in den nächsten Jahren darin, alle drei Säulen der Altersvorsorge zu stärken und in der Bevölkerung ehrliche Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir müssen es schaffen, dass die Menschen die drohende Altersarmut als “unsexy” ansehen.

Klar ist doch, dass die gesetzliche Rentenversicherung auch in Zukunft (auch nach einer Reform) nur eine Basis-/Grundversorgung darstellen wird. Mehr ist schlichtweg nicht finanzierbar. Eine kapitalgedeckte Vorsorge kann und darf nicht „unsexy“ werden.

Leider ist das Vertrauen der Bundesbürger aber in die zweite und dritte Säule der Alterssicherung dermaßen erschüttert, dass enorme Anstrengungen erforderlich sind, die Menschen überhaupt wieder zum Sparen zu animieren. Insbesondere bei den jungen Menschen verfehlen populistische Botschaften wie “Sparen lohnt sich nicht mehr” nicht ihre Wirkung. Was ist die Folge daraus?

Das Geld fließt in den Konsum und dubiose Finanzprodukte mit überhöhten Renditeversprechen finden ihre Abnehmer. Das kann nicht das Ziel sein. Auch wenn der Zins dauerhaft nahe bei null Prozent liegt, lohnt sich Sparen. Denn Sparen ist Konsumverzicht. Und nur so erreiche ich einen Kapitalstock, der mir zum Beispiel eine Investition in ein Immobilie ermöglicht.

Und wer sagt denn, dass man unbedingt in Zinsprodukte sparen muss? Ein Aktienfondssparplan für junge Menschen oder eine fondsgebundene Rentenversicherung ist in der aktuellen Marktphase sicherlich die bessere Wahl. Merke: Wer in der Niedrigzinsphase spart, wird zum Rentenbeginn im schlechtesten Fall lediglich die eingezahlten Beiträge zur Verrentung haben. Wer gar nicht spart, wird auch gar nichts haben!

Interview: Lorenz Klein

Foto: Michael Sommer

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1 Kommentar

  1. Na, da spende ich doch mal Beifall. Vor allem sollten unsere Politiker Lösungen präsentieren, bevor Sie bestehende Konstrukte ständig schlecht reden.

    Kommentar von Nils Fischer — 13. Mai 2016 @ 08:43

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