Anzeige
3. Mai 2016, 17:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Garantiezins-Debatte: BdV sieht Prioritäten falsch gesetzt

Der Bund der Versicherten (BdV) ist gegen eine Senkung des Garantiezinses in der Lebensversicherung von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent ab 2017. Dringender sei eine Lockerung der gesetzlich vorgeschriebenen “überzogenen Reservebildung”, teilte der BdV am Dienstag mit.

Senkung des Garantiezinses: BdV sieht Prioritäten falsch gesetzt

BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein: “Gerade bei Tarifen mit neuartigen Garantien stützen sich die Versicherer auch heute schon zuweilen auf Rechnungszinsen weit unterhalb der 1,25 Prozent.”

“Eine weitere Senkung des Höchstrechnungszinses führt nur zu einer weiteren Schwächung der Garantien, ohne dass dies einen echten Effekt auf die Stabilität der Unternehmen hat”, sagte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein zum Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMF). Belastender als der Garantiezins für Neuverträge seien für die Unternehmen derzeit die gesetzlichen Vorgaben zur Reservebildung, die so genannte Zinszusatzreserve.

Kleinlein gegen “überzogene” Reservebildung der Versicherer

Die Verbraucherschützer halten die verordnete Reservebildung für überzogen, da dadurch die Überschussbeteiligung und damit die Kundenansprüche “massiv” geschmälert würden. “In den Reserven der Versicherer schlummern etwa 70 Milliarden, die eigentlich der Überschussbeteiligung der Versicherten zugeführt werden sollten”, so Kleinlein. Der BdV unterstütze daher seit längerem einen Vorstoß der Deutschen Aktuarvereinigung, der für eine angemessene Reservebildung sorgen würde.

Angesichts der derzeit von den Lebensversicherer erzielten Kapitalerträgen, von oft weit über 3 Prozent, sei eine Senkung des Höchstrechnungszinses auch nicht notwendig, argumentiert der BdV.

BdV: Unterschreiten des Höchstrechnungszins schon heute erlaubt

Der Höchstrechnungszins, auch unter dem Begriff Garantiezins geläufig, legt fest, mit welchem Zinssatz die Lebensversicherungsunternehmen höchstens kalkulieren dürfen. Ein Unterschreiten des Höchstrechnungszins ist laut BdV auch heute schon erlaubt. “Gerade bei Tarifen mit neuartigen Garantien stützen sich die Versicherer auch heute schon zuweilen auf Rechnungszinsen weit unterhalb der 1,25 Prozent”, so Kleinlein.

Am Vortag hatte sich auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gegen die Pläne des BMF gestellt. (lk)

Foto: Christof Rieken

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Riester-Rente: IVFP empfiehlt dringende Optimierung

Die Neuabschlüsse bei der Riester-Rente sinken schon seit Jahren beständig. Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) empfiehlt daher “dringend Riester zu optimieren – es wird höchste Zeit.”

mehr ...

Immobilien

Spezialfonds von Real I.S investiert in Frankfurt

Der Asset Manager Real I.S. hat das Büroensemble “Upper Westend Carree” in der Frankfurter Innenstadt für den Spezial-AIF “BGV VII Europa” erworben. Das Objekt umfasst rund 7.000 Quadratmeter Bürofläche und ist vollvermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Handelsstreit: EU reagiert mit Gegenzöllen

Die Europäische Union (EU) und US-Präsident Donald Trump konnten sich nicht einigen. Nachdem die USA beschlossen haben, ab Juli Zölle auf Aluminium und Stahl zu erheben, reagiert die EU mit Zöllen auf Produkte wie Whiskey und Erdnussbutter. Das bedeutet, dass beide Seiten verlieren.

mehr ...

Berater

Unerlaubte Geschäfte: Fünf neue BaFin-Bescheide

Die Finanzaufsicht BaFin hat fünf Unternehmen wegen fehlender Erlaubnisse die Geschäftstätigkeit untersagt, darunter eine Lügen-Firma und eine Gesellschaft, die “Deutscher Fondsanlegerschutz” in ihrem Namen trägt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Warnung vor Forderungsausfällen bei zwei UDI-Emissionen

Zwei Emittenten von Vermögensanlagen der Nürnberger UDI warnen in Pflichtmitteilungen vor dem möglichen Ausfall von Forderungen und entsprechenden Folgen für die Anleger. Der Grund ist in beiden Fällen der gleiche.

mehr ...

Recht

Steuerdeals bei Immobilienkäufen werden eingedämmt

Umstrittene Geschäfte, mit denen Unternehmen bei Immobilienkäufen hohe Steuerzahlungen umgehen können, sollen in Deutschland etwas eingedämmt werden. Das teilte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Donnerstag mit.

mehr ...