Anzeige
30. November 2016, 12:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorare und Provisionen nach der IDD-Umsetzung

Am 21. November 2016 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Referentenentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebs-Richtlinie IDD vorgestellt. Die Bundesregierung nutzt die Gelegenheit, die Koalitionsvereinbarung zur Stärkung der Honorarberatung im Versicherungsbereich umzusetzen. 

Gastbeitrag von Jürgen Evers und Sascha Alexander Stallbaum, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte

Honorare und Provisionen nach der IDD-Umsetzung

Rechtsanwälte Jürgen Evers (links) und Sascha Alexander Stallbaum.

Deshalb wundert es nicht, dass der Gesetzgeber mit dem “Umsetzungsgesetz” die Freiheit beschneidet, Vergütungen zu vereinbaren. So sollen Versicherungsvermittler ihre Tätigkeit nach Paragraf 34d Abs. 1 S. 5 GewO-E nur noch durch Versicherer vergüten lassen dürfen. Ebenso werden wohl auch durch Versicherungsvermittler gezahlte Vergütungen möglich sein.

Gesetzlich verboten werden künftig Vereinbarungen zwischen Privatkunden und Vermittler zur Vergütung einer Versicherungs-Vermittlung. Damit will die Bundesregierung den Status von 304-Erlaubnisträgern im Wettbewerb fördern, die als Versicherungsberater registriert sind (Stand 1. Oktober 2016).

Der Honorar-Versicherungsberater

Sie erhalten den Arbeitstitel Honorar-Versicherungsberater und sollen künftig allein befugt sein, Verbrauchern gegen Honorar Versicherungen zu vermitteln. Die Bundesregierung will Verbraucher so “vor Honorarvereinbarungen schützen, die Unabhängigkeit suggerieren” und allgemein “die Honorarberatung stärken”. Was bleibt: Versicherungsmakler dürfen Unternehmer weiter gegen Honorar beraten.

Den Honorar-Versicherungsberater soll nach dem Willen der Koalition kennzeichnen, dass er bei der Vermittlung nur vom Kunden vergütet wird und vom Versicherer unabhängig ist. Zuwendungen der Versicherer sind an Kunden weiterzuleiten, und zwar durch den Versicherer (Paragraf 48c VAG-E). Der Mehraufwand der Versicherer soll dadurch finanziert werden, dass die durchzuleitende Zuwendung auf 80 Prozent der Provision maximiert wird.

Seite zwei: Verpflichtung zu Nettoprodukten

Weiter lesen: 1 2 3 4

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Na ja , das nennt man wohl Abbau der Bürokratie !
    Statt die bestehenden Regelungen für zigtausende Versicherungsvermittler und Makler klarer zu fassen wird unter dem Leitgedanke des Wettbewerbs für 304
    Honorarberater ein Verwaltungsmonster ungeahnten Ausmassses geschaffen, das mehr verwirrt als hilft.
    Statt Dinge zu vereinfachen werden höchst komplexe Strukturen geschaffen, die vermutlich keinem wirklich helfen.
    Statt einem neuen unübersichtlichen Werk sollte man die Trennlinien zwischen Honorarberatung und Vermittlung klar und eindeutig ziehen. Wie immer wenn man versucht den EU ( Europäischen Unsinn ) in nationales Recht zu übertragen schafft man es alles nur noch komplizierter zu machen.
    Werft die Technokraten in Brüssel endlich raus und weicht nicht fortlaufend bestehende nationale Rechtsthemen auf. Für eine lächerliche Minderheit von 304 Honorarberatern macht man einen derartigen Zirkus. Als Beispiel kann man den ebenso fehlerhaften Ansatz in Sachen Stromliberalisierung anführen, hier wird auch auf den Wettbewerb gesetzt und wie ersichtlich war und ist es eine massive Fehleinschätzung, kaum ein Kunde zahlt heute weiniger als vorher.
    Der Vermittler und Makler vermittelt und erhält die Courtage vom Versicherer. Bei Finanzdienstleistern werden diese Zuwendungen offengelegt und es wird klar gestellt, wer den Vermittler vergütet und in welcher Höhe. Mehr braucht es wirklich nicht. Versicherungsvermittlung ist kein Teppichmarkt in Hinteranatolien sondern durchaus auch das Hohe Lied im Umgang mit Existenzen. Aus meiner täglichen Praxis im Zusammenhang mit Pensionszusagen ist eines klar, trotz oftmals desolatem Zustand der PZ ist der Kunde nicht bereit für die Analyse und anschließende Beratung auch nur einen Cent Honorar zu bezahlen, hier erwartet man vom Berater diese als vorgeschaltete kostenfreie Dienstleistung.

    Kommentar von Uwe Hummel — 1. Dezember 2016 @ 10:27

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

WWK: „Wer sagt, Riester lohnt sich nicht, täuscht die Menschen“

Die Riester-Rente hat derzeit kaum noch Freunde im Markt. Die WWK gehört zu den wenigen Lebensversicherern, die damit erfolgreich sind. Mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent und einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro im Riester-Neugeschäft ist die WWK ein großer Player in dem Segment. Vertriebsvorstand Rainer Gebhart, Marketingleiter Ansgar Eckert und Maklervertriebschef Thomas Heß nahmen im Interview mit Cash. Stellung zu einem Produkt, das Zweifel sät und polarisiert.

 

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne fallen deutlich stärker als erwartet

Die US-Bauwirtschaft hat sich im Juni enttäuschend entwickelt. Die Wohnungsbaubeginne sanken so stark wie seit November 2016 nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Rückkehr der Absolute-Return-Strategien

2016 war mit steigenden Märkten und wenig Volatilität kein günstiges Umfeld für Absolute-Return-Fonds. Mit der höheren Volatilität und wachsenden Sorgen der Anleger steigt die Nachfrage nach den Strategien wieder an. Doch nicht alle Fondsmanager werden erfolgreich sein. Gastbeitrag von Gilles Sitbon, Sycomore

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB-Tochter gewinnt Großanleger aus Belgien

Die MPEP Management Luxembourg S.à r.l. (MPEP), ein Tochterunternehmen des Private Equity Spezialisten RWB Group, hat die Zusage über ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von einem alternativen Investmentfonds erhalten, der von Degroof Petercam verwaltet wird.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...