23. November 2016, 07:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD: Branche kritisiert Referentenentwurf

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat gestern einen Referentenentwurf zur Umsetzung der europäischen Richtlinie “Insurance Distribution Directive” (IDD) veröffentlicht. Der Entwurf stößt bei Versicherern und Vermittlern auf ein gemischtes Echo.

IDD: Branche kritisiert Referentenentwurf

Der IDD-Entwurf stößt bei Versicherern und Vermittlern auf ein gemischtes Echo.

Der Referentenentwurf für das Umsetzungsgesetz zur europäischen IDD-Richtlinie über Versicherungsvertrieb wurde am 21. November vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht, der Änderungen am Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und der Gewerbeordnung (GewO) vorsieht.

“Delegierte Rechtsakte” sollen IDD ergänzen

Anders als die alte Vermittlerrichtlinie, deren Hauptaugenmerk auf fachlicher Eignung und gewerberechtlicher Zuverlässigkeit der Versicherungsvermittler lag, greift die neue Richtlinie bereits in die Produktentwicklung der Versicherungen ein. Zudem sind Regelungen zur Vertriebsvergütung und zur Vermeidung von Interessenkonflikten vorgesehen, die voraussichtlich im kommenden Jahr 2017 durch “Delegierte Rechtsakte” der Europäischen Kommission ergänzt werden.

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mitteilt, sollen im Rahmen der IDD-Umsetzung auch das Sondervergütungs- und Provisionsabgabeverbot und der “Honorar-Versicherungsberater” geregelt werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) würdigt den Gesetzentwurf als einen wichtigen “Meilenstein für Verbraucher, Vermittler und Versicherer”. Hervorzuheben sei die vorgesehene Verankerung des Provisionsabgabeverbots.

GDV begrüßt Verankerung des Provisionsabgabeverbots

“Das Verbot stellt sicher, dass auch künftig die langfristigen Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt des Beratungsgesprächs stehen, nicht mögliche kurzfristige finanzielle Vorteile durch die Beteiligung an Provisionszahlungen”, kommentiert Axel Wehling Mitglied der GDV-Geschäftsführung. Erfreulich sei zudem der Fokus des Gesetzgebers auf die Qualität der Beratung, die unter anderem durch eine Weiterbildungspflicht gestärkt werden soll. Auch die “geplante 1:1-Umsetzung des Richtlinie” ist nach Ansicht des GDV zu begrüßen.

Kritisch sieht der Verband die bisherigen Vorschläge der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa zur IDD-Umsetzung. Die enge Orientierung am Richtlinientext sollte demnach auch das Leitmotiv für die Ausarbeitung der detaillierten Umsetzungsregelungen durch die Eiopa sein. “Leider gehen die bislang veröffentlichten Vorschläge der Behörde genau in die entgegengesetzte Richtung: Eine Umsetzung liefe auf ein faktisches Verbot provisionsbasierter Beratung durch die Hintertür hinaus, obwohl die Richtlinie selbst die Provisionsvergütung ausdrücklich zulässt”, heißt es in der GDV-Stellungnahme.

Seite zwei: VDVM warnt vor einer Benachteiligung von Maklern

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. “Wende sich ein Versicherungsnehmer, der den Vertrag über das Internet abgeschlossen hat, bei einem Schadenfall beispielsweise an einen Versicherungsmakler, müsse dieser doch gegen Entgelt dem Versicherungsnehmer Schadenassistenz leisten dürfen, so der Verband.”

    Das darf der Makler doch heute (unter Verweis auf das RDG) auch nicht!

    Diese Umsetzung ist das Beste und Cleverste zugleich. Es stellt klar, was der Unterschied zwischen Vermittlung und Honorarberatung ist und zieht dazwischen eine deutliche Grenze, damit dieses Wischi-Waschi-Hybrid-Honorar-Vermitteln endlich aufhört!

    Kommentar von Palitzsch-Grawert — 22. November 2016 @ 16:55

Ihre Meinung



 

Versicherungen

83,4 zu 78,6: Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter

Die aktuellen Sterbetafeln zeigen, dass die Lebenserwartung in Deutschland weiter gestiegen ist. Das zeigen die neuesten Statistiken des Statistischen Bundesamtes. Die Entwicklung hat auch Folgen für die gesetzliche Rente und die private Altersvorsorge. Besonders hoch ist die Lebenserwartung in Baden-Württemberg.

mehr ...

Immobilien

Kaufpreise für Immobilien seit 2012 nahezu verdoppelt

Seit dem Jahr 2012 verdoppelten sich die Kaufpreise pro Quadratmeter in deutschen Großstädten nahezu. Auch die Corona-Pandemie versetzte dem Immobilien-Markt keinen Dämpfer, im Gegenteil. Während Assets wie Aktien teilweise stark an Wert einbüßten, stiegen die Preise für Wohneigentum weiter an – sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land. Wie aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervorgeht, ist der Aufwärtstrend nicht nur in Deutschland intakt.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: Der No-Deal-Ausstieg gewinnt an Fahrt

Die Brexit-Saga geht weiter: Das Risiko eines No-Deal-Ausstiegs ist gestiegen, was nachhaltige negative Folgen für das Vereinigte Königreich haben könnte, schreibt William Verhagen, Senior Economist bei NN Investment Partners, in seinem Kommentar zur aktuellen Situation des Brexit.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin bestellt Abwickler für Acada-Geschäfte

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits mit Bescheid vom 1. September 2020 zur Abwicklung des durch die mittlerweile insolvente Adcada GmbH, Bentwisch, unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts einen Abwickler bestellt. Das machte die Behörde nun auf ihrer Website bekannt.

mehr ...

Recht

Rente im Ausland: Das müssen sie beachten

Der 1. Oktober ist Tag der Senioren oder einfach Weltseniorentag. Er wurde 1990 durch die UNO initiiert, um die Leistungen der Älteren zu würdigen. Immer mehr deutsche Rentner zieht es zur Rückschau auf die Lebensleistung dauerhaft in andere Länder. Sich zur Ruhe setzen, wo andere Urlaub machen? Was dabei zu beachten ist.

mehr ...