Anzeige
Anzeige
13. Dezember 2016, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD: Verbraucherschützer fordern Bafin-Aufsicht für Versicherungsvertrieb

Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (VZBV) hat ihre Stellungnahme zum IDD-Entwurf veröffentlicht. Die Verbraucherschützer fordern darin, den Versicherungsvertrieb unter Bafin-Aufsicht zu stellen und Provisionen bei Kranken- und Lebensversicherungen zu verbieten.

IDD: Verbraucherschützer fordern Bafin-Aufsicht für Versicherungsvertrieb

Der VZBV fordert ein Provisionsverbot im Vertrieb von privaten Lebens- und Krankenversicherungen.

Der VZBV moniert in seiner Stellungnahme zum IDD-Entwurf, dass die Marktaufsicht über den Versicherungsvertrieb derzeit bei den Industrie- und Handelskammern liege. “Eine wirkliche Marktaufsicht ist aber leider nicht erkennbar”, sagt VZBV-Finanzexpertin Dorothea Mohn.

Es sei damit konsequent, die Aufsicht über den gesamten Versicherungsvertrieb in die Hände der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu legen. Da sämtliche Vorgaben für den Vertrieb nicht aufsichtsrechtlich, sondern zivilrechtlich geregelt seien, fehle eine “wirkungsvolle Marktaufsicht”. Die zivilrechtlichen Vorschriften sollten nach Ansicht des VZBV daher auch aufsichtsrechtlich wirken.

VZBV fordert Provisionsverbot

Weiterhin kritisieren die Verbraucherschützer, dass es durch die Aufsichtsfunktion der Industrie- und Handelskammern keine Verzahnung mit der Europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa gebe. “Damit stellt sich die Frage, wie die Koordination der regionalen Aufsicht durch die Eiopa überhaupt erfolgen kann”, so der VZBV.

Zudem macht sich das VZBV für ein Provisionsverbot bei privaten Kranken- und Lebensversicherungen stark. “Diese Versicherungen sind besonders anfällig dafür, Fehlanreize für den Verkauf zu setzen. Nur ein Provisionsverbot kann Fehl-und Falschberatungen verhindern”, meint Mohn.

Keine Kopplungsgeschäfte

Der VZBV fordert außerdem, dass in der IDD-Umsetzung die Koppelung von Krediten und Versicherungen untersagt wird. “Bei Verbrauchern entsteht oft der Eindruck, dass sie den Kredit nicht ohne Restschuldversicherung bekommen”, berichtet Mohn. Ihnen sollte ein Kredit daher immer mit und ohne Versicherungen angeboten werden.

“Sie brauchen ein echtes Wahlrecht, ob sie diesen Versicherungsteil tatsächlich mit abschließen wollen”, so Mohn. Die gesamte Stellungnahme kann auf der Internetseite des VZBV heruntergeladen werden. (jb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Wann werden die Verbraucherschützer endlich unter Aufsicht gestellt?

    Kommentar von KoSeRa — 18. Dezember 2016 @ 17:39

  2. “Zuviel Mohn macht high” könnte man meinen. Aber mal im Ernst, “Verbraucherschützer” sollten nur noch Ihre “Meinung” öffentlich machen dürfen, wenn sie eine qualifizierte Ausbildung in dem entsprechenden Fachbereich nachweisen können.

    Kommentar von Nils Fischer — 14. Dezember 2016 @ 08:45

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Knapp bei Kasse: So lässt sich bei Versicherungen sparen

Das Auto kommt nicht durch den TÜV, beim Zahnarzt wird ein hoher Betrag fällig für Zahnersatz – und dann steht Weihnachten vor der Tür. Auch bei dem cleversten Sparfüchsen kann es knapp in der Kasse werden. Gerade Versicherungen bieten einiges Sparpotenzial, ohne den Versicherungsschutz zu verlieren, wie eine aktuelle Tippliste der Gothaer zeigt.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsnot: Deutschlands größtes Infrastrukturproblem

Aus Sicht der deutschen Bevölkerung ist fehlender Wohnraum das aktuell größte Infrastrukturproblem der Bundesrepublik. Nur jeder vierte Deutsche (25 Prozent) bewertet die Verfügbarkeit neuen Wohnraums als ziemlich oder sehr gut.

mehr ...

Investmentfonds

DVAG: Warum sind die Deutschen solche Aktienmuffel?

Was die Geldanlage angeht gehen die Deutschen lieber auf Nummer sicher und investieren größtenteils in vermeintlich sichere Geldanlagen wie Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten, die kaum bis keine Zinsen bringen. Warum ist das so?

mehr ...

Berater

Künstliche Intelligenz: 5 Trends die 2019 bestimmen

Künstliche Intelligenz (KI) wird auch 2019 eine maßgebliche Rolle spielen. Die IntraFind Software AG ist Spezialist für Enterprise Search und Natural Language Processing; das Unternehmen bietet Produkte für die unternehmensweite Suche sowie Textanalyse an, die auch auf KI und modernsten Machine-Learning-Verfahren basieren. Welche fünf KI-Trends das kommende Jahr besonders prägen werden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Position der Staates als Erbe gestärkt

Wenn der Staat das Erbe eines Gestorbenen ohne Angehörige antritt, muss er für Hausgeldschulden einer Wohnung in der Regel nur mit der Erbmasse haften. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Freitag in einem Fall aus Sachsen.

mehr ...