27. September 2016, 13:17
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Job ab 65: Mehr Erwerbstätige im Rentenalter

Deutlich mehr Menschen als vor zehn Jahren arbeiten in Deutschland noch nach ihrem 65. Geburtstag. Der Anteil der erwerbstätigen im Rentenalter liegt in Deutschland leicht über dem EU-Durchschnitt. Was sind die Gründe?

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Mehr als jeder siebte über 65-jährige ist noch erwerbstätig.

Immer mehr Menschen in Deutschland und Europa arbeiten noch im Rentenalter. In Deutschland hat sich die Quote der Erwerbstätigen im Alter zwischen 65 und 69 Jahren innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Mehr als jeder siebte Rentner erwerbstätig

Der Anteil betrug 2005 noch 6,5 Prozent, und ist im vergangenen Jahr auf 14,5 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das bedeutet, dass mehr als jeder siebte in dieser Altersgruppe einem bezahlten Job nachging.

Als erwerbstätig gilt, wer mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet. Aus den Daten geht nicht hervor, warum Ältere einen Job machen. Ob beispielsweise die Rente nicht für den Lebensabend reicht, oder sie aus Interesse arbeiten.

Überdurchschnittlich viele Selbstständige

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde sind unter den Erwerbstätigen zwischen 65 und 69 Jahren überdurchschnittlich viele Selbstständige sowie mithelfende Familienangehörige. Es sind mehr Männer als Frauen.

Zudem ist den Angaben zufolge die Erwerbstätigenquote bei Akademikern in dem Alter höher als bei Niedrigqualifizierten. Welche Rolle die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf aktuell 65 Jahre und fünf Monate spielt, lässt sich quantifizieren.

Regionale Unterschiede

Nach einer Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft ist der Trend zum Altersjob regional allerdings sehr unterschiedlich. Danach hat Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent den höchsten Anteil arbeitender 65- bis 70-Jähriger. Schlusslicht im Ranking ist Sachsen-Anhalt mit 11,7 Prozent. Generell arbeiten im Osten (13,1 Prozent) weniger Menschen im Rentenalter als im Westen (17,5 Prozent).

Ein Grund für die regionalen Unterschiede ist dem GDV zufolge die Wirtschaftskraft. In starken Regionen gebe es generell mehr Arbeitsmöglichkeiten – auch für Ältere. Zudem hätten Rentner wegen der höheren Lebenshaltungskosten in den Boomregionen zum Teil auch ein größeres Interesse an einem Job.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland über dem Schnitt von 11,7 Prozent, aber deutlich hinter Ländern wie Estland (29,3 Prozent), Schweden (21,6 Prozent) und Großbritannien (21,2 Prozent). Allerdings ist das Renteneintrittsalter in der EU nicht einheitlich. Beispielsweise liegt es in Estland derzeit noch bei 63 Jahren. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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