28. Januar 2016, 16:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

So retten kleine und mittlere Versicherer ihre Zukunft

Nach wie vor gibt es gesunde und robuste kleinere Versicherer in Deutschland. Mit der richtigen strategischen Aufstellung sehen diese trotz der schleichenden Marktkonsolidierung einer positiven Zukunft entgegen.

Gastbeitrag von Dr. Christoph Nützenadel, Synpulse Management Consulting

So retten kleine und mittlere Versicherer ihre Zukunft

“Reine ‘me-too’- Strategien, also das Kopieren von Angeboten der großen Allspartenversicherer, werden kleinen und mittleren Anbietern keine langfristige Zukunft ermöglichen.”

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Vermutungen, dass kleine und mittlere Versicherer keine Zukunft haben und diese im Rahmen einer Marktkonsolidierung von den großen geschluckt werden. In der Tat findet eine Konsolidierung statt, allerdings geht diese sehr langsam vonstatten.

Deutschland zählt laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) international zu den größten Versicherungsmärkten und erzielte 2014 Beiträge im Wert von 254,6 Milliarden US-Dollar. Lediglich die USA, Japan, Großbritannien, China und Frankreich liegen im internationalen Ranking vor Deutschland. 2014 entsprachen die Beitragseinnahmen der Versicherer in Deutschland 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies demonstriert die besondere volkswirtschaftliche Bedeutung des deutschen Versicherungsmarktes.

Konsolidierungsprozess verläuft vergleichsweise langsam

In Deutschland existieren 548 verschiedene Versicherungsunternehmen. Seit 1980 ist jedoch ein fortschreitender Rückgang zu erkennen. In den letzten 35 Jahren hat sich die Anzahl an Unternehmen um 32 Prozent verringert (siehe Grafik). Tatsächlich findet also eine Konsolidierung statt. Verglichen mit anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Schweden ist die Konzentration auf wenige Große jedoch sehr gering. Es treten viele kleine und mittlere Versicherer im Markt auf.

So retten kleine und mittlere Versicherer ihre Zukunft

Strategisch gesehen haben die kleinen und mittleren Versicherungsunternehmen Nachteile, was den Bereich der Kosten betrifft, da beispielsweise Aufwände für IT-Systeme und Marketing nicht auf viele Kundenverträge verteilt werden können. Auch sogenannte Regulierungsskosten, also Ausgaben, um Produkte, Prozesse, Sicherheit und IT an ständig veränderte Gesetze anzupassen, sind für die kleinen und mittleren Unternehmen schwerer zu tragen.

Klein bedeutet eben auch häufig agil und fokussiert

Diesen Nachteilen stehen jedoch auch strategische Vorteile gegenüber. Klein bedeutet eben auch häufig agil und fokussiert. Im Gegensatz zu den großen Allspartenversicherern sind Dienstwege oft kürzer. IT-Systeme besitzen eine geringere Komplexität und der schon immer vorherrschende Kostendruck führte dazu, Prozesse simpler zu gestalten. Hier bietet sich eine besondere Chance für die Vielzahl an kleinen und mittleren Anbietern.

Seite zwei: Spezialisierung auf moderne Kommunikationskanäle weist Grenzen auf

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Wir sind keine Treppenterrier“

Cash. sprach mit Klaus Hermann, Versicherungskaufmann und Entertainer, über Herrenwitze, Selbstironie, Anglizismen, Unwörter und seine Liebe zur Versicherungsbranche.

mehr ...

Immobilien

Temporäres Wohnen: Wann sich das Konzept für wen lohnt

Das Angebot am Markt für temporäres Wohnen wächst. Die Konzepte bieten Nutzern kleine, möblierte Apartments, die sich durch Komfort und Zugänglichkeit auchzeichnen. Savills zeigt am Beispiel Berlin, dass die Apartments günstiger als Ein-Raum-Wohnungen sind, insofern die Wohndauer nicht mehr als drei Jahre beträgt. 

mehr ...

Investmentfonds

Aquila Capitals nachhaltige Investment-Strategie bestätigt

Aquila Capital hat seinen Status als führender Anbieter nachhaltiger Investmentlösungen in einer aktuellen Analyse von GRESB bestätigt. Die Ergebnisse unterstreichen die weit überdurchschnittliche Leistung im Vergleich zu Wettbewerbern und das Engagement des Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit und Transparenz für Anleger.

mehr ...

Berater

Das Bankenmonopol auf Kontodaten endet – doch die Kunden sind ahnungslos

„PSD2? Nie gehört!“ Trotz anderthalb Jahren Vorlaufzeit und einer breiten Medienberichterstattung sind die neue EU-Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 und ihre Auswirkungen bei vielen deutschen Verbrauchern überhaupt nicht präsent.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vertriebsexperte Bernd Dellbrügge verstärkt Führungsteam der Real Exchange AG

Die Real Exchange AG (REAX), Spezialist für Anlagevermittlung und -beratung institutioneller Immobilienanlagen, hat Bernd Dellbrügge zum neuen Director Institutional Sales ernannt. Er berichtet direkt an den REAX-Vertriebsvorstand Heiko Böhnke.

mehr ...

Recht

Gehwegsanierung: Wer muss was bezahlen?

Schön, wenn die Gemeinde den Bürgersteig vor dem Haus neu teert oder pflastert. Gar nicht schön, wenn dann eine Rechnung im fünfstelligen Bereich ins Haus flattert. Müssen die Hausbesitzer bzw. die Anwohner die Kosten übernehmen? 

mehr ...