„Schadenregulierung mit Augenmaß“

Die Haftpflichtkasse Darmstadt ist unter anderem auf das Thema Betriebshaftpflicht spezialisiert. Cash. sprach mit Vorstand Roland Roider über Kunden-Irrtümer im Beratungsgespräch, die Wachstumsaussichten im gewerblichen Kompositgeschäft und die Bedeutung der Schadenregulierung als „Moment der Wahrheit“.

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„Die Routine und die Erfahrung, die unser Haus dabei in über einem Jahrhundert gesammelt hat, ist für uns die entscheidende Grundlage bei der Regulierung jedes einzelnen Schadens.“

Cash.: Die Gewerbehaftpflichtversicherung ist beileibe kein triviales Thema. Mit welchen Missverständnissen und Irrtümern sind Sie und Ihre Vertriebspartner in der Beratung konfrontiert?

Roider: Häufig beobachten wir, dass sich unsere Kunden der Funktion einer Haftpflichtversicherung gar nicht vollständig bewusst sind. Denn die Leistungspflicht einer solchen Versicherung beschränkt sich ja bei Weitem nicht auf die Regulierung von Haftpflichtansprüchen und die Leistung entsprechender Schadenersatzzahlungen. Mindestens genauso wichtig – und das wird oft übersehen – ist ihre Aufgabe, unberechtigte Forderungen gegen den Versicherungsnehmer abzuwehren und alle dazu notwendigen rechtlichen Schritte zu ergreifen. Gerade diese sogenannte passive Rechtschutzfunktion spielt auch in unserem gewerblichen Schwerpunktsegment der Reha- und Pflegeeinrichtungen eine gewichtige Rolle.

Darüber hinaus stellen wir fest, dass im gewerblichen Umfeld vor allem über die Haftpflichtversicherung gesprochen wird, während andere Risiken – zum Beispiel eine Betriebsschließung wegen Infektionsgefahr – häufig unterschätzt werden. In unserer Betriebsschließungsversicherung hatten wir beispielsweise erst kürzlich wieder einen Fall, in dem das Gesundheitsamt ein Pflegeheim, dessen Wasserleitungsnetz von Legionellen befallen war, vorübergehend geschlossen hatte. Das war unterm Strich ein Schaden von über 400.000 Euro, den wir ersetzt haben.

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Die anhaltende Niedrigzinsphase und die wachsende Regulierung – Stichwort LVRG – verdirbt vielen Gesellschaften den Spaß an der Lebensversicherung, sodass sie sich verstärkt dem Gewerbegeschäft zuwenden. Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die Wachstumsaussichten im gewerblichen Kompositgeschäft?

Die Entwicklung, die Sie ansprechen, beobachten wir schon seit geraumer Zeit – und wir rechnen auch mit einer weiteren, grundsätzlichen Verschiebung des Branchenfokus zugunsten der Schadenversicherung. Vor dem Hintergrund unserer fast 120-jährigen Erfahrung in diesem Markt, unserer anerkannten Fachkompetenz und unseren soliden Produkten sehen wir diesem Trend aber gelassen entgegen und begreifen ihn vielmehr als Ansporn, die hervorragende Positionierung der Haftpflichtkasse bei den Vermittlern in Sachen Komposit weiter zu festigen. Das gilt insbesondere für unsere Vorreiterstellung im Alten- und Pflegebereich. Die Spezialisierung und das Know-how, das wir uns da in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet haben, kann sich niemand von heute auf morgen aufbauen.

Seite zwei: Schadenregulierung als „Moment der Wahrheit“

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