Studie: Keine Angst vor Insurtechs

Die Vorstände der deutschen Versicherungsbranche erwarten massive Marktveränderungen durch die Digitalisierung. Sie sind aber zuversichtlich, in diesem Wandel bestehen zu können. Dies sind die Ergebnisse der Befragung von rund 80 Teilnehmern des 15. Versicherungs-Roundtables der Managementberatung EY Innovalue im November.

86 Prozent der Befragten stehen beispielsweise digitalen Versicherungsordnern wie Knip oder Clark gelassen gegenüber.
86 Prozent der Befragten stehen digitalen Versicherungsordnern wie Knip oder Clark gelassen gegenüber.

So gehen alle Teilnehmer der Veranstaltung von EY Innovalue davon aus, dass die „Customer Journey“, also der Prozess von der Erstinformation bis zum Abschluss und auch die Aftersales-Services künftig zu einem immer größeren Anteil online erfolgen.

Allerdings sehen die Vorstände darin keine Bedrohung. 86 Prozent der Befragten stehen beispielsweise digitalen Versicherungsordnern wie Knip oder Clark gelassen gegenüber. 69 Prozent empfinden auch gänzlich neue digitale Geschäftsmodelle nicht als Gefahr.

Dass kleinere Versicherungsunternehmen durch fehlende Finanzkraft ins Hintertreffen geraten könnten, erwartet nur eine Minderheit von 40 Prozent. Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) ist der Meinung, dass ein Digitalisierungsrückstand bei kleineren Gesellschaften aufgrund der geringeren Komplexität in den nächsten Jahren aufgeholt werden kann.

„Hohe Investitionen werden nicht nur in die Digitalisierung selbst, sondern auch in die Personalgewinnung und -entwicklung erforderlich sein, um Talente und Fachkräfte an die Unternehmen zu binden“, erklärt Christian Mylius, Managing Director bei EY Innovalue. Rund 86 Prozent der befragten Vorstände halten dies für erfolgskritisch. „Versicherer, die bei der digitalen Transformation führen, durch Innovationen auf sich aufmerksam machen oder an Lab-Initiativen teilnehmen, sind deutlich attraktiver für High-Potentials“, so Mylius.

Trübe Aussichten für die Kfz-Sparte

Weniger zuversichtlich sind die Branchenexperten mit Blick auf die Kfz-Versicherung. Die Mehrheit erwartet eine Stagnation des Prämienvolumens (38 Prozent) oder sogar einen Rückgang (37 Prozent). Dabei werden nach Ansicht der Befragten vor allem kleinere und mittlere Versicherer ihr Kfz-Geschäft aufgeben. Der Direktvertrieb – auch über Vergleichsportale – wird weiter stark zunehmen, dabei werden die Automobilhersteller ihre Marktanteile im Neugeschäft deutlich ausbauen, so die Erwartung. (kb)

Foto: Shutterstock

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