Talanx-Tochter HDI versichert keine Fluglinien mehr

Der Versicherungskonzern Talanx zieht sich wegen des grassierenden Preiskampfs teilweise aus der Luftfahrt-Versicherung zurück. „Wir haben beschlossen, keinen Versicherungsschutz für kommerzielle Airlines anzubieten“, sagte der Chef der Talanx-Sparte HDI Global, Christian Hinsch, dem „Handelsblatt“ (Mittwoch).

Der Versicherungskonzern Talanx zieht sich teilweise aus der Luftfahrt-Versicherung zurück.

Der Industrieversicherer hatte gemeinsam mit anderen Versicherern die Unglücksmaschinen von Germanwings und Malaysia Airlines versichert, bei deren Abstürzen in den vergangenen beiden Jahren fast 700 Menschen ums Leben kamen.

Der mehrheitlich zu Talanx gehörende Rückversicherer Hannover Rück bleibt dem Geschäft hingegen treu. „Der Rückzug aus der Versicherung von Fluggesellschaften gilt für den Bereich Erstversicherung“, ließ der weltweit drittgrößte Rückversicherer das „Handelsblatt“ wissen.

Auch Allianz plant Rückzug

Auch die Allianz, die ebenfalls für die schweren Flugzeugunglücke zahlen musste, will sich aus dem Geschäft nicht zurückziehen. „Wir sehen uns hier langfristig als einer der Marktführer“, sagte Josef Schweighart, Leiter Luftfahrtversicherung der Allianz-Tochter AGCS für Zentral- und Osteuropa, der Zeitung.

Der Flugverkehr wird seit Jahren immer sicherer. Solange nichts passiert, können die Versicherer die Prämieneinnahmen weitgehend als Gewinn verbuchen. Wenn aber ein Flugzeug abstürzt, sind die Schäden immens.

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Für das Germanwings-Unglück, bei dem im vergangenen März 150 Menschen ums Leben kamen, hatten die Versicherer 300 Millionen US-Dollar beiseite gelegt – vor allem für die Aufräumarbeiten sowie Schmerzensgeld- und Schadenersatzansprüche der Hinterbliebenen. Der 24 Jahre alte Airbus A320 war kaum noch etwas wert. Große Langstreckenjets wie die verunglückten Maschinen von Malaysia Airlines sind mit rund 100 Millionen Dollar versichert.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

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