Allianz gibt Milliarden an Aktionäre zurück

Der Traum von der großen Übernahme scheint für die Allianz vorerst geplatzt. Nach einem überraschend hohen Jahresgewinn gibt Europas größter Versicherer eine Milliardensumme an seine Aktionäre zurück. Dazu will der Dax-Konzern bis zu drei Milliarden Euro eigene Aktien vom Markt zurückkaufen und die Dividende anheben.

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte
Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte

Auslöser ist die vorerst geplatzte Hoffnung von Vorstandschef Oliver Bäte, einen anderen Versicherer zu schlucken. Den Zeitdruck für die Entscheidung hatte sich die Allianz selbst gesetzt – und schaffte ihn am Donnerstagabend wieder ab. Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Nach der überraschenden Bekanntgabe von Jahreszahlen, Dividende und Aktienrückkauf schloss die Allianz-Aktie im späten Frankfurter Handel 1,23 Prozent höher bei 160,30 Euro.

Die Allianz hatte den Aktienrückkauf fest versprochen für den Fall, dass sie bis Ende 2016 kein geeignetes Übernahmeziel findet. Als Stichtag galt die Bilanzvorlage, die eigentlich für diesen Freitag vorgesehen war. Die Allianz steckt jedes Jahr ein Viertel ihres Überschusses in ihr Übernahmebudget. Nach jeweils drei Jahren sollte der Vorstand prüfen, ob das Geld für diesen Zweck benötigt wird – und es andernfalls an die Aktionäre zurückgeben.

Keine starre Regel mehr

Die Regel, die unter Bätes Vorgänger Michael Diekmann erst 2014 eingeführt worden war, griff jetzt zum ersten Mal. Die heutige Konzernspitze will sich einem solchen Zeitdruck aber nicht noch einmal aussetzen. „Die Rückzahlung von Eigenkapital an die Anteilseigner wird nicht länger mit dem ungenutzten Budget für externes Wachstum und einem Dreijahreszeitraum verbunden“, hieß es am Donnerstag. Künftig solle überschüssiges Kapital „auf flexible Weise“ an die Anteilseigner gegeben werden „anstatt einem starren Ansatz zu folgen“, teilte der Konzern nach einem Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat mit.

Dem „Handelsblatt“ zufolge soll die Allianz Anfang des Jahres mit dem australischen Versicherer QBE über eine mögliche Übernahme gesprochen haben. QBE wies das Ansinnen aber offiziell zurück. Auch an den Übernahmeplänen der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo für den italienischen Versicherer Generali soll die Allianz laut italienischen Medien beteiligt sein. Die Münchner könnten sich dabei Teile von Generali einverleiben. Eine Bestätigung dafür gab es aber bisher nicht.

Seite zwei: Geringe Schäden helfen beim Gewinn

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