Altersarmut: Diese Gruppen haben das größte Risiko

Bis zum Jahr 2030 wird das Risiko der Altersarmut insgesamt nur geringfügig zunehmen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des  Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Das Armutsrisiko wird bei einzelnen Gruppen unter den Älteren in den kommenden Jahren jedoch deutlich ansteigen.

Der Anteil der armutsgefährdeten Rentner wird bis 2030 von heute 18,5 Prozent auf 23,8 Prozent steigen.
Der Anteil der armutsgefährdeten Rentner wird bis 2030 von heute 18,5 Prozent auf 23,8 Prozent steigen.

Laut der DIA-Studie „Altersarmut – heute und in Zukunft“ ist die Armut im Alter derzeit in Deutschland noch kein drängendes Problem. So ist aktuell lediglich knapp ein Fünftel (18,5 Prozent) der Senioren armutsgfefährdet. Ein weitaus größeres Armutsrisiko haben demnach Arbeitslose (72,7 Prozent), Alleinerziehende (42,7 Prozent) oder jungen Erwachsenen (23,8 Prozent).

Auch von absoluter Armut – gemessen am Anteil der Empfänger von Grundsicherung – sind die Senioren relativ seltener betroffen: Insgesamt 8,4 Prozent der in Deutschland Lebenden haben im Jahr 2015 Grundsicherung bezogen, von den 65-Jährigen und Älteren waren es nur 3,4 Prozent.

Risiko der Altersarmut steigt nur moderat

Um zu ergründen wie sich das Altersarmutsrisiko bis 2030 entwicklen wird, hat das DIA das Berliner Forschungs- und Beratungsinstitut Empirica mit einer Prognose beauftragt. Dieser liegt die Annahme zugrunde, dass das Rentenniveau von heute 48 Prozent auf 43 Prozent absinkt.

Der Prognose zufolge wird der Anteil der armutsgefährdeten Rentner von heute 18,5 Prozent auf 23,8 Prozent steigen, unter der Voraussetzung, dass keinerlei Verhaltensänderungen wie zum Beispiel eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit oder kompensierende private Altersvorsorge stattfindet. Der Anteil der Rentner, die Grundsicherung beziehen, würde von 3,7 auf 5,0 Prozent steigen.

Allerdings wird sich laut Empirica die absolute Zahl der in relativer Armut lebenden Alten von 3,1 Millionen auf 4,4 Millionen deutlich erhöhen. Das sei aber vor allem einem Mengeneffekt geschuldet, weil 2030 rund fünf Millionen mehr Senioren in Deutschland leben werden. Auch Zahl der älteren Grundsicherungsempfänger werde nur moderat auf 3,9 Prozent steigen.

Gruppen mit dem höchsten Armutsrisiko

Einigen Teilgruppen unter den Rentnern haben der Prognose zufolge einen erheblich höheren Anteil an Armutsgefährdeten. Unter denjenigen, die vorzeitig in Rente gehen oder durch längere Erwerbsunterbrechungen einen geringeren Rentenanspruch erwerben, erhöhe sich der Anteil von 27 Prozent auf knapp 40 Prozent.

Der Anteil der Bezieher von Grundsicherung in dieser Gruppe wird demnach von 5,6 Prozent auf 8,7 Prozent zunehmen.

Auch eine kürzere Lebensarbeitszeit und der Verzicht auf ergänzende Altersvorsorge lässt der Prognose zufolge die Armutsgefährdung im Alter steigen: Ohne eigene Altersvorsorge steigt das Risiko demnach auch bei gleichbleibender Lebensarbeitszeit von 24 auf 32 Prozent. (jb)

Foto: Shutterstock

 

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