24. Mai 2017, 06:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BU-Prämien: Steigende Gefahr zu niedriger Beiträge

Seit einigen Jahren verlagert sich der Wettbewerb im Markt für Berufsunfähigkeitspolicen (BU) weg von den Bedingungen hin zum Preis. Das klingt zwar gut, ist aber nicht immer von Vorteil. Einer muss immer die Zeche zahlen.

Gastbeitrag von Michael Franke, Franke und Bornberg

BU-Prämien

Michael Franke: “Verstetigt sich die Zunahme psychischer Erkrankungen als BU-Ursache, wächst in den vermeintlich guten Berufsgruppen die Gefahr zu niedriger Beiträge.”

Das Motto “sparen, koste es, was es wolle” erweist sich in der BU kurz über lang als Bumerang. Denn viel wichtiger als der aktuelle Zahlbeitrag ist eine auch auf lange Sicht verlässliche Vertragsbeziehung.

Bewährte Fragen

Um die zu finden, haben sich einige Fragen bewährt: Hat der Versicherer seine Tarife auskömmlich kalkuliert? Ist die Risikoprüfung angemessen oder werden für mehr Neugeschäft Abstriche gemacht? Wurden Überschüsse für Kunden bereits reduziert und ist das aktuelle Überschussniveau langfristig gesichert? Oder werden die BU-Erträge dringend benötigt, um bestehende Garantieverpflichtungen zu finanzieren?

Für diese Erkenntnis braucht es nur einen simplen Vergleichsrechner: Je nach Gesellschaft und Beruf unterscheiden sich die Beiträge zur selbstständigen BU-Versicherung stark, brutto noch stärker als netto.

Einheitliche Bezugsgröße fehlt

Weil eine einheitliche Bezugsgröße bislang fehlt, hat Franke und Bornberg für die Studie eine Benchmark entwickelt. Grundlage ist der jeweilige Beitrag für sechs unterschiedliche Berufe bei den 20 bedeutendsten BU-Versicherern im deutschen Markt.

BU-Prämien

In den niedrigen (“guten”) Berufsgruppen sind die Unterschiede besonders groß. Das dürfte eher der Wettbewerbssituation als einer mit spitzem Bleistift kalkulierte Bedarfsprämie zuzuschreiben sein.

Die Berufsbeispiele sind so gewählt, dass sie die üblichen Berufsgruppen abdecken. Die Ergebnisse wurden arithmetisch gemittelt. Um diesen Mittelwert streuen die tatsächlichen Beiträge bis zu 50 Prozent (brutto) beziehungsweise 30 Prozent (netto).

In wenigen Fällen sind die Abweichungen sogar noch größer. Dabei sollte sich die kalkulierte Bedarfsprämie – also die Bruttoprämie – eigentlich am erwarteten Risiko orientieren.

Seite zwei: Wachsende Gefahr zu niedriger Beiträge

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Oliver Bäte, Allianz: “Wollen die Führungsstrukturen immer effizienter machen”

Bei Europas größtem Versicherer Allianz muss sich das Management größere Sorgen um Arbeitsplätze machen als das Fußvolk. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will eher beim Management als bei den einfachen Mitarbeitern einsparen.

mehr ...

Immobilien

Inflationsschub dank selbstgenutztem Wohneigentum?

Steigende Löhne im Dienstleistungssektor dürften die Inflation der Eurozone etwas beflügeln. Könnten die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum diesen Trend verstärken?

mehr ...

Investmentfonds

Gold als Safe Haven gegen den drohenden Wirtschafts-Kollaps?

Einige glauben, dass das weltweite Finanzsystem in absehbarer Zeit zusammenbrechen könnte. Auch ohne dieses Horrorszenario macht Gold Sinn, meint Jörg Schulte von der Swiss Ressource Capital AG.

mehr ...

Berater

Händler-Plattform Shopify macht bei Facebook-Währung Libra mit

Die bei Facebook entwickelte Digitalwährung Libra kann nach einer Serie prominenter Abgänge einen Neuzugang vermelden. Die kanadische Firma Shopify, die eine E-Commerce-Software entwickelt, trat am Freitag der Libra Association bei, von der das Projekt verwaltet wird.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bestückt ihre offenen Spezialfonds mit weiteren Pflegeheimen

Die INP-Gruppe hat durch den Erwerb von vier Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen an verschiedenen deutschen Standorten das Immobilienportfolio ihrer offenen Spezial-AIF für institutionelle Investoren in den vergangenen sechs Monaten weiter ausgebaut.

mehr ...

Recht

Wie Sie Haftungsrisiken mit einer Betriebsaufspaltung verringern

Wer sein Vermögen in den eigenen Betrieb steckt, möchte es vor Haftungsrisiken schützen. Mit einer Betriebsaufspaltung ist das möglich. Doch es lauern auch Fallstricke.

mehr ...