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6. Dezember 2017, 10:03
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OECD sieht Frauen im Renten-Nachteil

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht bei den jüngsten Reformen zum Übertritt in die Rente in Deutschland eher Schatten als Licht. Dies teilte die OECD bei der Veröffentlichung einer neuen Studie am Dienstag in Berlin mit.

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Die OECD-Experten merken kritisch an, dass Frauen in Deutschland auch künftig wohl niedrigere Renten als Männer erwirtschaften.

So heben die OECD-Experten zum seit diesem Jahr geltenden Flexirenten-Gesetz das Risiko hervor, dass dadurch mehr Menschen früher in Rente gehen. Gedacht hatten Union und SPD das Gesetz, um die Rentenübergänge flexibler zu machen: Wer bereits mit 63 in Teilrente geht, kann mehr als bisher dazu verdienen. Aber auch das Arbeiten über das normale Rentenalter hinaus sollte attraktiver werden – anders als zuvor steigern Rentenbeiträge dann auch die Rente.

Die zu Anfang der vergangenen Wahlperiode eingeführte abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren bietet – so betont die OECD – wenig Anreize, die Berufslaufbahn nach 45 Jahren fortzusetzen.

Falls sich Union und SPD zu einer Neuauflage ihrer Koalition durchringen, dürfte das Thema Rente viel Konfliktpotenzial bieten. Die CDU will zunächst eine Kommission einsetzen, die CSU eine Erweiterung der Mütterrente durchsetzen, die SPD pocht auf baldige Schritte für eine Stabilisierung des Rentenniveaus. Konsens könnte eine künftige Regierung nach Beobachtermeinung allerdings dabei erzielen, älteren Menschen größere Anreize für längeres Arbeiten zu geben – im Fall großer Belastungen im Job aber auch ein früheres Ausscheiden zu erleichtern.

Spitzenreiter bei der Rentenlücke

Eine automatische Anpassung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung gibt es in Dänemark, Finnland, Italien, den Niederlanden, Portugal und der Slowakei. Auch in Deutschland wurde so eine Kopplung bereits diskutiert, etwas der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zählte zu den Fürsprechern. SPD, Grüne und Linke halten davon aber nichts.

Bei der Rentenlücke zwischen Männern und Frauen ist Deutschland Spitzenreiter. Sie liegt hier bei 46 Prozent, vor den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien und Österreich. Die OECD-Experten merken kritisch an, dass Frauen in Deutschland auch künftig wohl niedrigere Renten als Männer erwirtschaften. Hauptgründe: Eine über OECD-Schnitt liegende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern – sowie der große Teilzeitanteil bei Frauen.

Auch das Fehlen von Mindestrenten sieht die OECD kritisch. Denn vor allem bei Niedrigverdienern dürften die Alterseinkünfte in Deutschland das vorherige Lohnniveau in geringerem Maß ersetzen als im OECD-Schnitt. Auch eine bessere Absicherung von Geringverdienern ist in der deutschen Reformdebatte zur Rente mit im Fokus. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Das Frauen niedrigere Renten haben kann wirklich jedes Milchmädchen ohne Studien ausrechnen. Das aber die Beamten der OECD sich damit auseinandersetzen, dass Frauen über die Mütterrente nach 45 Jahren keinen Anreiz für längeres Arbeiten setzen ist wohl eine bodenlose Frechheit, wo ein durchschnittlicher Beamter wohl kaum auf 35 Jahre bei doppelten Altersbezügen kommt. Schamgefühl ist wohl eger nicht zu erwarten. Trumpsches Feingefühl…..

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 7. Dezember 2017 @ 09:05

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